Kritik des BUND:
- Unrealistische Verkehrsprognosen: Basis für die Planungen ist die Annahme, dass sich der Pkw-Verkehr zwischen 1998 und 2010 verdreifacht – vor allem durch den Tourismus. Dies ist allerdings mehr als unwahrscheinlich.
- Negative Umweltauswirkungen: Ein Brückenbauwerk über die gesamte Länge einer Meeresenge stellt für Vögel ein erhebliches Hindernis dar. Vogelschlag und Zerschneidung von Nahrungs- und Rastgebieten wurden beispielsweise bereits bei der benachbarten Fehmarnsundbrücke und der Öresundbrücke nachgewiesen.
- Finanzierung unsicher: Die Brücke soll eigentlich privat finanziert werden. Allerdings reichen die Einnahmen aus der Maut und dem Eisenbahnbetrieb dafür nicht aus. Ohne erhebliche öffentliche Gelder ist das Projekt nicht finanzierbar.
- Geringe Arbeitsplatzeffekte: Die Brücke soll ökonomische Impulse in der Region setzen und vor allem Arbeitsplätze schaffen. Aber selbst in der Machbarkeitsstudie werden nur geringe Effekte erwartet. Eine Ansiedlung von Unternehmen entlang der Route ist kaum zu erwarten. In den nahen Ballungsräumen Kopenhagen und Hamburg finden sie bessere Standortbedingungen.
Alternative: Ausbau statt Neubau
Der BUND schlägt alternativ den Ausbau bestehender Verkehrswege, die Instandsetzung der Bahnverbindungen und ein optimiertes Fährkonzept vor. Durch eine Optimierung und stärkere Vernetzung vorhandener Verkehrsträger wäre es möglich, mit deutlich geringeren Kosten die künftigen Verkehrsströme im südlichen Ostseeraum zu bewältigen.
Mehr Informationen:
- Fehmarnbeltquerung: BUND legt EU-Beschwerde ein – Pressemitteilung des BUND-Landesverbandes Schleswig-Holstein vom 25. Mai 2009
- EU-Beschwerde des BUND vom 25. Mai 2009
- Staatsvertrag zwischen Deutschland und Dänemark zum Bau der festen Fehmarnbeltquerung vom 3. September 2008









