BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
Der derzeit gültige Bundesverkehrswegeplan sieht ein Rekordniveau für Verkehrsinvestitionen in Bundesstraßen, Schienen- und Wasserwege bis 2015 vor. Durch Kürzungen im Verkehrsetat ist er aber längst Makulatur. Nach Berechnungen des BUND wird die Finanzlücke bis 2015 auf etwa 20 Mrd. Euro wachsen.
Wichtigstes Argument für den Bau von Straßen ist neben der Befriedigung der Verkehrsnachfrage immer wieder die angebliche Wirtschaftsförderung. Dahinter steht die umstrittene Annahme, wirtschaftliches Wachstum benötige arbeitsteilige Prozesse, die wiederum ein leistungsfähiges Verkehrssystem erfordern. Diverse Studien haben mittlerweile empirisch belegt, dass Straßenbau nicht automatisch zu Wirtschaftswachstum führt. Teilweise wurden sogar negative Effekte (Abwanderung) auf regionale Wirtschaftsstrukturen festgestellt.
Eine Reform der Verkehrswegeplanung ist überfällig. Die Belange des Umwelt- und Naturschutzes müssen berücksichtigt werden, unfinanzierbare Wunschlisten für immer mehr Straßen sind nicht mehr zeitgemäß. Das Hauptaugenmerk der Verkehrsinvestitionspolitik muss auf dem Erhalt der vorhandenen Infrastruktur statt auf Neu- und Ausbau von Straßen gelegt werden. Nur so lassen sich weitere Schlaglöcher auf den Straßen und Langsamfahrstellen im Schienennetz vermeiden.
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Quelle: http://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/verkehr/infrastruktur/