Ende Mai 2008 hat der Bundestag mit großer Mehrheit die Teilprivatisierung der Deutschen Bahn beschlossen. Danach bleibt die Bahninfrastruktur in Bundesbesitz, der Güter-, Fern- und Regionalverkehr wird zu 24,9 % privatisiert. Damit wird sich vermutlich der Netzabbau fortsetzen. Seit 1993 wurde das Schienennetz bereits um rund 7.000 km abgebaut. Der BUND wird sich zusammen mit 15 Organisationen weiterhin im Bündnis „Bahn für Alle“ gegen die Bahnprivatisierung engagieren.
Schließlich ist eines sicher: Mit jeder Kapitalprivatisierung verliert die Bundesregierung Einfluss auf Netzinfrastruktur und Bahnverkehr. Nur noch indirekt wird der Bund Einfluss auf die Infrastruktur haben. Die privaten Investoren vertreten ihre eigenen Interessen, die zu einem Desaster führen können. Dies haben die Privatisierungen in Großbritannien (Pleite der privaten Infrastrukturgesellschaft) oder Litauen (teure Rückverstaatlichung der Bahn) gezeigt.