Im November 2006 stimmte der Bundestag einer Teilprivatisierung der Bahn bis 2009 zu. Der daraufhin vorgelegte Gesetzentwurf von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee wurde vom Kabinett im Juni 2007 verabschiedet. Der BUND hat im Bündnis „Bahn für Alle“ den Widerstand gegen die Bahnprivatisierung organisiert und so die privatisierungskritischen Kräfte in der SPD und in den Bundesländern unterstützt. Mit Erfolg: Die SPD-Basis machte auf dem Parteitag Ende Oktober 2007 klar, dass sie keine Privatisierung will und beschloss (zur Gesichtswahrung) einen Volksaktienantrag, der aber nur eine geringe Chancen hat, umgesetzt zu werden.
Mit jeder Kapitalprivatisierung würde die Bundesregierung Einfluss auf Netzinfrastruktur und Bahnverkehr verlieren. Das Eigentum soll nach den bisherigen Vorschlägen für mindestens 15 Jahre an die Bahn übertragen werden. Der Bund wäre damit nur noch auf dem Papier Eigentümer. Für eine Übernahme des Schienennetzes in Volleigentum des Bundes müsste der Bund ca. acht Milliarden Euro Wertausgleich an die Bahn zahlen – mehr als er durch den gesamten Aktienverkauf einnimmt!