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BUND-Konzept der neuen Kfz-Steuer: Freie Fahrt für sparsame Autos

Drei weiße Smarts, Foto: Kunstart.net, www.pixelio.de
Nach dem BUND-Konzept würde beim besonders sparsamen Smart-fortwo-Benzin-Pkw die Steuer von 54 auf nur 6 Euro sinken.

Auf der Autobahn am liebsten auf der Überholspur, in der deutschen und europäischen Klimapolitik Bremser: Die deutsche Autoindustrie fährt starke Lobbygeschütze auf, wenn es darum geht, die Minderung des CO2-Austoßes der Fahrzeuge zu verhindern. Dass etwas geschehen muss, wenn Deutschland seine Klimaziele erreichen will, ist klar. Denn der Verkehr auf Deutschlands Straßen ist für über ein Fünftel der klimaschädlichen CO2-Emissionen verantwortlich.

Eigentlich sollte die Reform der Kfz-Steuer noch 2008 beschlossen werden. Nach langer Debatte erfolgte zumindest eine Einigung zwischen Union und SPD, dass die Reform kommt - allerdings erst ab 2010! Dann sollen Neufahrzeuge mit einem höheren CO2-Ausstoß steuerlich stärker belastet werden. Nach Ansicht des BUND reicht dieser Vorschlag allerdings nicht aus. Sparsamste Neufahrzeuge müssten noch viel stärker entlastet und weniger sparsame mit zunehmendem Spritverbrauch noch höher besteuert werden.

Der BUND hat deshalb für die geplante Reform der Kfz-Steuer ein eigenes Konzept vorgelegt. Ziel ist es, über die Steuersätze mehr Anreize für den Kauf eines effizienteren Neuwagens zu setzen. Im Gegenzug müssen die Hersteller stärker an Innovationen und Effizienzsteigerung ihrer neuen Modelle arbeiten. Denn wenn kleinere und Sprit sparende Wagen nachgefragt werden, müssen sie auch angeboten werden. Daran kommen auch Mercedes, Audi und VW nicht vorbei.

Das BUND-Konzept sieht vor, neue Pkw ganz von der Steuer zu befreien, wenn deren CO2-Ausstoß unter 100 Gramm pro Kilometer liegt. Fahrzeuge, deren Emissionen über 100 Gramm liegen, sollen mit stufenweise erhöhten Steuersätzen belastet werden. Für etwa 40 Prozent der heutigen Pkw-Modelle mit einem CO2-Ausstoß zwischen 120 bis 160 Gramm bleibt im Durchschnitt alles bei Alten. Die in der EU künftig geltenden Grenzwerte für den Stickoxidausstoß von Pkw sollen ebenfalls einbezogen werden.

Vom BUND-Steuer-Konzept sind nur neue Autos betroffen. Für Pkw, die vor dem 1.1. 2008 angemeldet wurden, soll sich steuerlich nichts ändern. Die neu zugelassenen Autos werden – anders als die Regierung es vorsieht – stufenweise je nach dem Kohlendioxid-Ausstoß pro Kilometer besteuert:

  • CO2-Emission von bis zu 100 Gramm pro Kilometer: steuerfrei
  • 100 bis 120 Gramm pro Kilometer: 50 Cent für Benzin-Pkw, fünf Euro für Diesel-Autos
  • 120 bis 160 Gramm pro Kilometer: zwei Euro für Benziner, 7,50 Euro für Diesel-Pkw
  • 160 bis 180 Gramm: fünf Euro für Benziner, 12,50 Euro für Diesel-Pkw
  • 180 bis 200 Gramm: 7,50 Euro für Benziner, 15 Euro für Diesel-Pkw
  • über 200 Gramm pro Kilometer: 10 Euro für Benziner, 17,50 Euro für Diesel-Pkw

Das bedeutet beispielsweise, dass für einen benzingetriebenen VW-Golf 1.4 mit einem CO2-Ausstoß von 166 Gramm pro Kilometer die Steuer von derzeit 94 auf 120 Euro steigt. Beim Geländewagen Mercedes-ML-350-Benziner mit einem CO2-Ausstoß von 305 Gramm pro Kilometer würde die Steuer von heute 256 auf dann 1390 Euro angehoben. Beim besonders sparsamen Smart-fortwo-Benzin-Pkw, der pro Kilometer 112 Gramm CO2 ausstößt, würde die Steuer von derzeit 54 auf nur noch sechs Euro sinken. Der Polo Bluemotion würde von der Steuer befreit.

Durch das BUND-Konzept gibt es sowohl bei den Benzin-, als auch bei den Dieselfahrzeugen Gewinner und Verlierer. Doch für beide gilt: Je sauberer das Fahrzeug, umso günstiger wird sein Steuertarif. Je klima- und gesundheitsschädlicher der Motor ausfällt, desto höher werden die Steuern.

 

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Quelle: http://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/verkehr/autoverkehr/kfzsteuer/