Um die im Schwarzbuch Wald aufgezeigten Fehlentwicklungen in der deutschen Forstwirtschaft zu stoppen, fordert der BUND die Verantwortlichen aus Forstwirtschaft, Politik und Verwaltung zum Handeln auf: Eine Novelle des veralteten Bundeswaldgesetzes ist unerlässlich und überfällig. Die Umsetzung der FFH- und Vogelschutz-Richtlinien drängt. Die konsequente Umsetzung der Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie durch alle Ressortpolitiken muss erfolgen. Die letzten Fragmente alter Laubwälder müssen jetzt für die Zukunft bewahrt werden.
Mit Blick auf die Ergebnisse des Schwarzbuchs Wald fordert der BUND für die zukünftige Waldwirtschaft insbesondere:
1. Eine "gute fachliche Praxis" definieren und verankern
Eine allseits verbindliche Definition und die gesetzliche Verankerung von Standards der "guten fachlichen Praxis" auf Länder- insbesondere aber auf Bundesebene
2. "Urwälder von morgen" schaffen - Artenvielfalt umfassend bewahren
Mittelfristig Stilllegung (Prozessschutz) von mindestens 5 Prozent der Waldfläche in Naturwaldreservaten und Kernzonen von Großschutzgebieten, im öffentlichen Wald wegen der Vorbildfunktion 10 Prozent; Ergänzung durch prozessgeschützte Trittsteine auf weiteren 5 Prozent der Waldfläche
3. Reduzierung der Verkehrssicherungspflichten der Waldbesitzer in den Wäldern
Befreiung der Waldbesitzer von der Verkehrssicherungspflicht in den Wäldern im Hinblick auf natur- oder waldtypische Gefahren
4. Verbot von Kahlhieben
Kahlhiebe grundsätzlich verbieten
5. Umfassende Nachhaltigkeit der Holznutzung sicherstellen
Holznutzung im öffentlichen Wald muss vorbildlich Arten- und Klimaschutzbelange beachten
6. Hochrangige Schutzgebiete stärken
Naturschutzbehörden bei Eingriffen in hochrangige Schutzgebiete umfassend einbinden; Verstöße verfolgen und ahnden
7. FFH- bzw. SPA-Gebiete naturschutzfachlich kompetent managen
Managementpläne für FFH- bzw. SPA-Gebiete zeitnah erstellen und konsequent umsetzen
8. Rahmenbedingungen der Forstwirtschaft verbessern
Kritische Überprüfung der Forstreformen in Hinblick auf Erfüllung der ökologischen Nachhaltigkeit sowie Korrektur des Personalabbaus; Forstpersonal naturschutzfachlich fortbilden
9. Zertifizierung des öffentlichen Waldes nach FSC- bzw. Naturland-Standards, Ausstieg aus PEFC
Öffentlichen Wald aufgrund seiner Vorbildfunktion nach FSC- beziehungsweise Naturland-Standards zertifizieren; aus PEFC aussteigen
10. Angepasste, waldverträgliche Schalenwilddichten
Modernes Wildtiermanagement anstelle von Trophäenjagd. Angepasste Wilddichten nach dem Grundsatz "Wald vor Wild"