Die Bundesrepublik Deutschland und die Bundesländer haben ihre Verantwortung für die Erhaltung der Buchenwälder als nationales und als Weltnaturerbe erkannt. Aber in der Umsetzung von Schutzmaßnahmen sind sie sehr zögerlich.
Die bestehenden Buchenwald-Nationalparke und Naturwaldzellen sind zwar gute Ansätze (s. Kästen rechts). Doch ihre Flächen sind insgesamt viel zu gering, um den internationalen Verpflichtungen nachzukommen. Streng geschützte, nutzungsfreie Buchenwälder machen nur weit weniger als ein Prozent der deutschen Waldfläche aus.
Derart verschwindend geringe Schutzflächenanteile reichen nicht aus, um die biologische Vielfalt der Buchenwälder unseres Landes zu sichern.
Anstelle dessen finden bundesweit zur Zeit massive, zum Teil raubbauartige Holzeinschläge in Buchenwäldern – und anderen Laubwäldern – statt. So wird die biologische Substanz der Wälder angegriffen und teilweise sogar zerstört. Der Nutzungsdruck in deutschen Laubwäldern hat sich seit Jahren drastisch verschärft.
Der BUND fordert von den Politikern auf allen Ebenen, den Raubbau insbesondere in den staatlichen Buchenwäldern zu stoppen!
Bundes- und Landesregierungen werden aufgefordert, folgende Maßnahmen bald umzusetzen:
- Aufbau und Errichtung eines vollständigen bundesweiten Schutzgebietssystems für Buchenwälder,
- Ausweisung neuer Buchenwald-Nationalparke als wichtige Bestandteile dieses Systems (z.B. nördlicher Steigerwald),
- Arrondierung bestehender Wald-Nationalparke, soweit fachlich begründet (z.B. im Nationalpark Kellerwald-Edersee im Bereich der nördlichen Edersee-Steilhänge),
- Verabschiedung einer bundeseinheitlichen, fachlich nach neuestem Kenntnisstand begründeten Richtlinie zur Behandlung von Buchenwäldern in "Natura 2000"-Schutzgebieten,
- Einführung gesetzlich verbindlicher Naturschutzstandards in Buchen-Wirtschaftswäldern.