BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Artenvielfalt im Buchenwald

Ein Viertel des weltweiten Rotbuchenbestandes ist bei uns in Deutschland zu finden. Damit tragen wir eine besondere Verantwortung für den Schutz der Buchenwälder und ihrer Bewohner. Als natürliche Lebensräume tragen diese Wälder erheblich zur Erhaltung der biologischen Vielfalt von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen bei. In naturnahmen Buchenwäldern leben bis zu 7.000 Tierarten, zum Beispiel seltene Käfer wie der Eremit.

Buchenwälder galten lange als artenarm. Doch dieses Vorurteil stammt aus der Zeit ihrer intensiven forstwirtschaftlichen Nutzung: Die Bäume durften nicht alt werden und auf natürlichem Wege zerfallen. Dabei können Buchen älter als 300 Jahre werden. Gerade in der Alters- und Zerfallsphase sind sie Heimstatt für viele  Höhlenbewohner und holzbewohnende Insekten. Buchen besiedeln ein breites Spektrum von Standorten, von trocken bis feucht, von nährstoffarm bis nährstoffreich und von sauer bis kalkreich.

Eremit, Foto: BUND

Der Eremit ist ein mittlerweile nach EU-Recht streng geschützter, sehr seltener Käfer, der in Mulmhöhlen sehr alter Laubbäume lebt. Bevorzugt werden Höhlen mit über 50 Litern Mulm. So große Höhlen können nur in sehr alten und dicken Bäumen entstehen.

Bärlauchblüte, Foto: BUND

Weniger selten, aber genauso beliebt ist der Bärlauch. Er ist ein Nährstoffanzeiger, der tiefgründige und humose, lockere, anhaltend feuchte Lehmböden schätzt. Auf solchen Standorten ist der Bärlauch in Buchenwäldern im Frühling oft zu finden.

Hohler Lerchensporn, Foto: BUND

Auch der Hohle Lerchensporn blüht im Frühling. Mit seinen weißen oder hellroten Blüten beherrscht er in Buchenwäldern mit nährstoffreichen Böden oft das Bild.

Großer Goldkäfer, Foto: BUND

Wie der Eremit ist auch der Große Goldkäfer ein Totholzbewohner, der im Mulm von abgestorbenen Laubbäumen wohnt.

Schlüsselblumen, Foto: BUND

Die Schlüsselblume ist in Buchenwäldern typisch, die auf  Kalkgestein wachsen. Sie braucht kalkhaltigen Boden zum Wachsen.

Schuppenwurz, Foto: BUND

Die Schuppenwurz überdauert den Winter, weil sie viel Energie über ihr reich verzweigtes Wurzelgeflecht (Rhizom) speichern kann. Sie ist ein Vollschmarotzer und zapft die Nährstoffbahnen der Buchen an.

Quelle: http://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/naturschutz/wald/naturerbe_buchenwald/artenvielfalt/