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Naturschutz mit Kettensäge

Kopfweide, Foto: RV Heilbronn-Franken
Kopfweiden entstehen durch den alljährlichen Beschnitt der Austriebe.

Regionalverband Heilbronn-Franken pflegt und erhält Kopfweiden

Kopfweiden sind ein wichtiger Lebensraum für viele seltene Tiere. Alte Exemplare können von mehr als 400 Insektenarten bewohnt werden. In den hohlen Stämmen und ausgefaulten Baumhöhlen brüten viele Vogelarten, sogar der bedrohte Steinkauz. So unterschiedliche Tiere wie Fledermäuse, Hornissen, Siebenschläfer, Wiesel und Marder finden in den knorrigen Bäumen ein Zuhause.

Anfang des Jahres ist es immer soweit: Gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern pflegen Mitarbeiter des Regionalverbandes Heilbronn-Franken die Kopfweiden auf dem BUND-eigenen Grundstück im Naturschutzgebiet Köpfertal.

Helfer beim Kopfweidenbeschnitt, Foto: RV Heilbronn-Franken
Willkommen: Kleine und große Hände bei der Pflege der Kopfweide.

Kopfweiden sind ein uraltes Kulturgut. Erst durch den wiederholten Beschnitt finden sie zu ihrer eigentümlichen Form. Der Baum mit seinen schnell nachwachsenden und extrem biegsamen Zweigen lieferte über Jahrhunderte Material für die unterschiedlichsten Zwecke. So wurden mit den Ruten Weinstöcke angebunden, Körbe, Fischreusen oder gar ganze Hauswände geflochten.

Der Regionalverband Heilbronn-Franken setzt sich seit mehr als zwanzig Jahren für Erhalt und Pflege von Kopfweiden ein. In den 80er Jahren sollte in der Region das Köpfertal mit seinen uralten traditionsreichen Kopfweidenbeständen in Ziergärten umgewandelt werden. Der BUND verhinderte dies mit dem Kauf eines „Sperrgrundstücks“ und machte sich für die Einrichtung des heute bestehenden Naturschutzgebietes Köpfertal stark.

Weidenruten: Foto: RV Heilbronn-Franken
Weidenruten sind extrem biegsam und ideal zum Flechten geeignet.

Zu Beginn jedes Jahres widmen sich Mitarbeiter und Helfer des BUND ein Wochenende dem anstrengenden Beschnitt der Weiden und stecken neue Setzlinge nach. Bei älteren Exemplaren greifen die Naturschützer dabei auch schon mal zur Kettensäge.

Die anfallenden Weidenruten erfreuen sich großer Beliebtheit und werden an Kindergärten, Hobby-Korbflechter oder Weingärtner abgegeben. Beim letzten Pflegeeinsatz 2007 halfen sogar fleißige Kinderhände: "Wir bauen im Kindergarten einen Weidentunnel. Unsere Kinder sind heute mitgekommen, damit sie sehen, wo das Material herkommt.", erklärt Helferin Dagmar Mockler. Susanne Schneider vom BUND Heilbronn freute sich über den Anblick der urigen Bäume: "Die Kopfweiden mit dem Rauhreif – wie beim Erlkönig!"

Mehr Informationen

  • Der Termin für den Weidenbeschnitt wird über die Presse und die Internetseite des Verbandes bekanntgegeben. Dieses Jahr findet er am 2. Februar statt.


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