Die sandigen Böden von Darmstadt, Relikte der eiszeitlichen Wanderdünen, bieten der bedrohten Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) ideale Lebensbedingungen. Bis in die 50er Jahre diente eine am Ortsrand gelegene Tongrube den seltenen Tieren aus der Familie der Krötenfrösche als Laichgewässer. Als diese zugebaut wurde, zog die recht große Krötenpopulation in einen privaten, wenig genutzten Swimmingpool inmitten kleinteiliger Äcker, Streuobstwiesen und Brachflächen.
Der Besitzer erfreute sich an den Tieren, wusste aber nicht um die Besonderheit der Art. Währenddessen wuchs die Stadt unaufhaltsam, das Gebiet wurde als Baugebiet ausgewiesen. Nur durch Zufall entdeckten BUND-Mitglieder 1997 das Vorkommen der Knoblauchkröte noch rechtzeitig vor der Erschließung des Gebietes.
Der BUND Landesverband Hessen bemühte sich intensiv, die Stadt Darmstadt überzeugen, einen Ersatzlebensraum für die Kröten zu schaffen. Er erbrachte den amtlichen Nachweis, dass die Knoblauchkröten tatsächlich in diesem Gebiet vorkommen und hatte schließlich Erfolg. Ehrenamtliche des BUND begannen daraufhin, die Lurche während der Laichzeit am Pool abzufangen und trugen sie in den wenige Kilometer entfernten Ersatzteich. Bei der ersten Umsiedlung setzten sie mehr als einhundert erwachsene Kröten, über tausend Kaulquappen und eimerweise Laich um. Dabei stand ihnen ein ökologisches Fachbüro zur Seite.