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Die Rettung der Darmstädter Knoblauchkröten - eine besondere Umzugsaktion

Knoblauchkröte auf Sandboden; Foto: F. Heidecke
Die Knoblauchkröte. Das Namen gebende nach Knoblauch riechende Sekret gibt sie nur in höchster Not ab. Foto: F. Heidecke

Mit den ersten Strahlen der Frühlingssonne erwacht die Natur aus der Winterstarre. Für viele heimische Lurche beginnt jetzt die Zeit der Wanderung zu den Laichgewässern. Naturschützerinnen im ganzen Land helfen den wandernden Fröschen und Kröten über die Straßen. Damit retten sie nicht nur einzelne Tiere vor dem Tod, sondern ganze Arten vor dem Aussterben. In Darmstadt-Arheilgen haben BUND-Aktive einer Knoblauchkrötenpopulation sogar ein neues Zuhause erkämpft und so ihr Überleben gesichert.

BUND-Aktive siedeln die Kröten und Kaulquappen in den Ersatzteich um. Foto: BUND
BUND-Aktive siedeln die Kröten und Kaulquappen in den Ersatzteich um.

Die sandigen Böden von Darmstadt, Relikte der eiszeitlichen Wanderdünen, bieten der bedrohten Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) ideale Lebensbedingungen. Bis in die 50er Jahre diente eine am Ortsrand gelegene Tongrube den seltenen Tieren aus der Familie der Krötenfrösche als Laichgewässer. Als diese zugebaut wurde, zog die recht große Krötenpopulation in einen privaten, wenig genutzten Swimmingpool inmitten kleinteiliger Äcker, Streuobstwiesen und Brachflächen.

Der Besitzer erfreute sich an den Tieren, wusste aber nicht um die Besonderheit der Art. Währenddessen wuchs die Stadt unaufhaltsam, das Gebiet wurde als Baugebiet ausgewiesen. Nur durch Zufall entdeckten BUND-Mitglieder 1997 das Vorkommen der Knoblauchkröte noch rechtzeitig vor der Erschließung des Gebietes.

Der BUND Landesverband Hessen bemühte sich intensiv, die Stadt Darmstadt überzeugen, einen Ersatzlebensraum für die Kröten zu schaffen. Er erbrachte den amtlichen Nachweis, dass die Knoblauchkröten tatsächlich in diesem Gebiet vorkommen und hatte schließlich Erfolg. Ehrenamtliche des BUND begannen daraufhin, die Lurche während der Laichzeit am Pool abzufangen und trugen sie in den wenige Kilometer entfernten Ersatzteich. Bei der ersten Umsiedlung setzten sie mehr als einhundert erwachsene Kröten, über tausend Kaulquappen und eimerweise Laich um. Dabei stand ihnen ein ökologisches Fachbüro zur Seite.

Kaulquappe der Knoblauchkröte in Hand
Die Kaulquappen der Knoblauchkröte sind die längsten unter allen heimischen Amphibienarten.

Heute kommen noch immer vereinzelt Knoblauchkröten im alten Lebensraum vor. Sie tauchen an Pfützen auf, dort finden sich auch Laich und Kaulquappen. Hier setzt erneut die Arbeit der aktiven BUNDler ein: Sie bergen Kröten, insbesondere Kaulquappen und Laich aus den Pfützen und siedeln sie um.

Darüber hinaus machten die BUND-Freiwilligen die Gartenteichbesitzer in der Nähe der Lebensräume auf die Knoblauchkröten aufmerksam. Je nach Lage siedeln sie nun alljährlich auch aus den Gärten Kaulquappen in den Ersatzteich um. Dies ist notwendig, denn die winzigen Gärten reichen als Lebensraum nicht aus, und Kanal- und Kellerschächte sowie Straßen im anliegenden dicht besiedelten Wohngebiet werden oft zur tödlichen Falle für die Krötenfrösche.

Sandige Böden bieten Knoblauchkröten ideale Lebensbedingungen. Foto: H. Heidecke
Sandige Böden bieten Knoblauchkröten ideale Lebensbedingungen.

Die Knoblauchkröten haben den neuen künstlich geschaffenen Teich im Osten Arheilgens gut angenommen. Heute fühlen sich dort auch viele andere Lurcharten heimisch. BUND-Aktive haben schon Springfrosch, Grasfrosch, Teichfrosch, den kleinen Wasserfrosch sowie Erdkröten, Berg- und Teichmolche gesichtet. Seit 2007 nutzen auch Kammmolch und Wechselkröte den Teich. Den Lurchen kommen dabei noch weitere kleinere vom BUND angelegte Teiche in unmittelbarer Nachbarschaft zugute.


Informationen:

BUND Darmstadt
Brigitte Martin,
Tel.: 0 61 51 / 3 79 31,
brigitte.martin@bund.net,
www.bund-darmstadt.de

Mehr über die Knoblauchkröte



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