BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Naturschutz mit dem Freischneider

BUND Diepholzer Moorniederung betreut und pflegt 10.000 Hektar Moore

Die Hochmoore der Diepholzer Moorniederung in Niedersachsen sind sehr besondere Lebensräume, denn viele seltene Tier- und Pflanzenarten sind hier zu Hause. So bietet das Gebiet inzwischen (wieder) beste Bedingungen für brütende und rastende Kraniche auf ihrem Zug, dazu gehören z.B. ein ausreichender Wasserstand und Ruhe an den Kranichbrutplätzen.

Blick in die Weite über das Moor im Sommer, Foto: BUND
Weite, offene Flächen prägen die Diepholzer Moorniederung.

Der BUND betreut hier auf Grundlage eines Kooperationsvertrags zwischen dem BUND und dem Land Niedersachsen über 10.000 Hektar Naturschutzgebiete.

Jetzt im Februar laufen die Pflegearbeiten für den Erhalt der Hochmoore auf Hochtouren. Die Zivildienstleistenden beim BUND Diepholzer Moorniederung verbringen von Oktober bis Februar viele Stunden mit dieser wichtigen Aufgabe, am Wochenende werden sie von weiteren Freiwilligen unterstützt. Und am 23. Februar können Moorfans oder solche, die ein Hochmoor einmal kennenlernen möchten, selbst Hand anlegen.

Drei Freiwiliige beim Entkusseln, Foto: BUND
Mit Säge und Freischneider wird nachwachsendes Gehölz entfernt.

Beim sog. Entkusseln wird mit Freischneider, Motorsäge oder Astschere das nachwachsende Gehölz entfernt – in der Diepholzer Moorniederung handelt es sich hierbei fast ausschließlich um Birke. Das Entkusseln dient – neben der Beweidung – der Landschaftspflege zur Offenhaltung von Mooren.

Hochmoorflächen in der Diepholzer Moorniederung werden schon seit über 25 Jahren mit Unterstützung des BUND wiedervernässt. Dennoch muss der aufkommende Birkenbewuchs vorläufig weiterhin künstlich entfernt werden, weil sich sonst schnell Wälder entwickeln würden. "Nur langsam erholen sich die Moore. Deshalb sind auch noch in absehbarer Zeit Pflegemaßnahmen wie das Entkusseln als 'Hilfe zur Selbsthilfe' notwendig", sagt Peter Germer, Leiter des Projektbüros vor Ort.

Dabei setzt der BUND in vielen Mooren der Diepholzer Moorniederung auf „Synergieeffekte“, Mensch und Tier arbeiten hier sozusagen Hand in Hand: Sind die Birken nämlich erstmal (durch den Menschen) entfernt worden, werden sie, wenn sie erneut austreiben, durch Schafe verbissen. Die weißen, hornlosen Heidschnucken, auch unter dem Namen Moorschnucken bekannt, werden gezielt in Feuchtgebieten eingesetzt. Der Grund: Wird der Birkenaustrieb im Jahr nach dem Entkusseln gleich mehrfach verbissen wird, stirbt die Pflanze ab.

Mehr Informationen

Moorpflege- und Exkursionstermine werden über die Presse und die Internetseite des Projektbüros bekanntgegeben.

Quelle: http://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/naturschutz/projekt_des_monats/diepholzer_moorniederung/