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Gut markiert ist halb gerettet: Nestschutz für Wiesenvögel in Bremen

Bremer Flussniederung der Weser, Foto: A. Schoppernhorst
Flussniederung der Weser bei Bremen: Hier schützen BUND und Landwirte die Gelege und Küken von Wiesenvögeln.

Laut schreiend vertreiben mehrere Uferschnepfen am Himmel zwei allzu aufdringliche Krähen. Sie verteidigen ihre Gelege, die sich versteckt im feuchten Gras auf der Wiese befinden. Diese und andere Nester gefährdeter Wiesenvögel suchen und markieren vier Biologen des BUND Bremen, die im Bremer Umland die Gelege und Küken der Wiesenvögel schützen wollen. Ein Unterfangen, das Geduld erfordert, denn die Nester sind schwer auszumachen.

Wiesenvögel wie Uferschnepfe, Rotschenkel, Kiebitz und Großer Brachvogel brüten gerade gern auf bewirtschafteten, weiträumigen Feuchtflächen. Seit Wochen sind die MitarbeiterInnen des Projektes fast jeden Tag mit dem Fernglas in der Bremer Flussniederung der Weser unterwegs.

Uferschnepfe, Foto: F. Brüning
Die Uferschnepfe steht in Deutschland auf der Roten Liste der bedrohten Tiere.

Priorität haben immer die Flächen, die als nächstes bewirtschaftet werden sollen. Wenn der Bauer mit Güllewagen oder Walze über sein Grünland fährt, zeigen ihm einfache Bambusstöcke, wo er um ein Nest herumfahren kann. Schutzkörbe aus Metall verhindern das Zertreten von Nestern durch Weidevieh oder die Rinder werden auf Flächen geschickt, auf denen keine Vögel brüten.

Wenn die Küken schlüpfen, helfen "Fluchtstreifen" den Nestflüchtern sich vor dem Mähgerät in Sicherheit zu bringen. "Manchmal reicht es auch aus, dass Landwirte beim Mähen einfach etwas langsamer fahren", erläutert Arno Schoppenhorst, Initiator des Bremer Projektes zum Schutz der selten gewordenen Wiesenvögel.

Küken einer Uferschnepfe im Nest, Foto: A. Maywald
Frisch geschlüpft: Küken einer Uferschnepfe im Nest

Seit 2005 läuft das Schutzprogramm nun im vierten Jahr in enger und guter Zusammenarbeit mit den Landwirten in Bremen. Über neunzig Prozent der Bauern beteiligen sich 2008, und so ist das Projekt ein echter Erfolg. Die Bauern müssen ihr Nutzungssystem kaum verändern und werden gleichzeitig zu Naturschützern.

Das Projekt erfasst circa 4.500 Hektar und wird von der Stadt Bremen, dem europäischen ELER-Programm und der Karl-Kaus-Stiftung gefördert. Träger ist der BUND-Landesverband Bremen. Nach Jahren ausbleibenden Nachwuchses sind die letzten drei Brutperioden der Wiesenvögel mit einer relativ ausgeglichenen Reproduktion ein schönes Ergebnis. In den letzten Jahren konnten zwei Drittel der erfassten Brutpaare ihre Gelege erfolgreich durchbringen.

"Landwirte als Naturschützer", das sei schon immer ein Wunsch von ihm gewesen, so Schoppenhorst. Einige der Bauern seien große Naturfreunde, und mittlerweile hätten auch Zweifler nachgezogen.

Für den Schutz eines Nestes erhalten die Bauern eine Prämie von 25 Euro, diese verdoppelt sich, wenn sie das Nest selbst finden. Gute Aussichten für die Wiesenbrüter, denn noch stehen alle vier Arten in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Großer Brachvogel und Uferschnepfe gelten sogar als "stark gefährdet".

Kuh an Gelegeschutzkorb, Foto: A. Schoppenhorst
Metallkörbe schützen Gelege vor dem Weidevieh.
Besprechnung von Schutzmaßnahmen, Foto: M. Beyer
Besprechung von Schutzmaß- nahmen.
Nestumfahrung eines Traktors, Foto: A. Schoppenhorst
Ein Traktor umfährt ein Nest.

Ein Landwirt erinnert sich: "Schon immer haben wir umzu gemäht, wenn wir ein Nest sahen. Die Landwirte haben ein Herz für Wiesenvögel." Jetzt haben sie einen zusätzlichen Anreiz und können dank der Markierung auch rechtzeitig reagieren.

Martin Rode, Geschäftsführer des BUND-Landesverband Bremen, bringt es auf eine einfache Formel: "Alle ziehen an einem Strang. Die Wiesen und Weiden beiderseits der Weser sollen auch in Zukunft eine Existenzgrundlage für bäuerliche Betriebe bieten. Und zugleich sollen sie Lebensraum für Kiebitz und Co. bleiben."

Weitere Informationen:

BUND Landesverband Bremen e.V.
Dipl.-Biol. Heike Schumacher
Tel.: 0421 / 79 00 2-55
heike.schumacher@bund-bremen.net
www.bund-bremen.net



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