Neben ihrer Bedeutung für den Artenschutz und dem umweltpädagogischen Aspekt hatte die Aktion aber auch einen politischen Hintergrund. Nicht durch Zufall fand sie in der Gegend um den Mühlenberg nahe dem Ort Krümmel statt. Diesem friedlich anmutenden Landstrich in der Nähe des Müritz-Nationalparks drohen unfriedliche Zeiten. Südlich der Region liegt der vom Verteidigungsministerium geplante Luft-Boden-Schießplatz Kyritz-Ruppiner-Heide, den meisten als "Bombodrom" bekannt. Hier sollen Kampfjets der Bundeswehr Übungsflüge abhalten und 1.700 Tiefflug-Einsätze pro Jahr fliegen.
Das Untersuchungsgebiet des GEO-Tag der Artenvielfalt liegt genau im Flugkorridor, dem sogenannten "Punkt Alpha", über den alle Kampfjets das Bombodrom anfliegen sollen. Umweltschützer befürchten, dass der zu erwartende Lärm die in unmittelbarer Nähe brütenden See- und Fischadler, Kraniche sowie den äußerst lärmempfindlichen Fischotter stören wird und die Abgase wertvolle Biotope wie die Klarwasserseen der Region negativ beeinflussen könnten. Viele im Kerosin enthaltene Zusatzstoffe gelten als Krebs- und Allergieauslöser. Ihre Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Artenvielfalt ist wenig bis gar nicht erforscht.
Um auf diese Bedrohung und den Artenreichtum der gefährdeten Region im Landkreis Müritz aufmerksam zu machen, wurde dieser spezielle Ort für das Projekt ausgesucht.
Der GEO-Tag der Artenvielfalt findet jedes Jahr in ganz Deutschland statt. Laien und Fachleute sammeln bei mehreren hundert Aktionen bundesweit Daten über die Artenvielfalt in ihrer Gegend.
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