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Moore: Refugien für seltene Arten und Klimaschützer

Wollgras im Westermoor, Quelle: JL-Foto, pixelio.de

Moore zählen heute in Deutschland zu den stark bedrohten Lebensräumen. Seit dem 17. Jahrhundert werden Moore entwässert, um sie land- und forstwirtschaftlich zu nutzen und um sie als Rohstofflager auszubeuten. Diese Moorzerstörung dauert bis heute an. Nur drei Prozent aller Moore Deutschlands sind davon kaum oder gar nicht betroffen. Überdüngte Böden und die durch den Klimawandel bedingte Zunahme an Trockenheit verschlimmern die Situation noch. Damit gehen uns Lebensräume verloren, die vor 8.000 bis 5.000 Jahren im damals feucht-milden Klima entstanden. Moore kommen vor allem in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und dem Alpenvorland vor.

Ein Meter Torf in tausend Jahren

Wildsee-Moor, Quelle: R. Sturm, pixelio.de

Moore entstehen durch eine ständige Übersättigung an Niederschlags- und Grundwasser. Es werden verschiedene Moortypen unterschieden. Durch den mit dem Wasserüberschuss einhergehenden Sauerstoffmangel kommt es zu einem unvollständigen Abbau von Pflanzenteilen und der Entstehung von Torf, der abgelagert wird. Die Torfschicht wächst pro Jahr nur etwa einen Millimeter, es dauert daher also tausend Jahre, bis ein einziger Meter Torf entstanden ist. Torfabbau zerstört in Jahren die Vorräte, die in Jahrtausenden gewachsen sind.

Moore zu schützen ist aus verschiedenen Gründen absolut unerlässlich. Sie stellen eine enorme CO2-Senke dar, sie dienen dem Hoch- und Grundwasserschutz und sind Heimat vieler seltener Arten. Ihr Verlust wirkt sich auf den Klima- als auch für den Artenschutz sehr negativ aus.

Weltweit nehmen Moore etwa drei Prozent der Landfläche ein. Diese Moorflächen speichern etwa doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Waldregionen zusammen. Werden sie zerstört, entweichen große Mengen des klimarelevanten CO2. Geschädigte Moore gehören damit zu einer der größten Treibhausgasquellen. Nur wird dieses Problem verkannt oder ignoriert. Die Zerstörung der Moore führt außerdem zu einem dramatischen Artenrückgang. Viele seltene und hochspezialisierte Pflanzen, die wahre Hungerkünstler sind, konnten jahrhundertelang konkurrenzlos wachsen. Durch klimabedingte Veränderungen und den großflächigen Verlust der Moore werden diese gefährdeten Arten nun bedingungslos verdrängt. Andere Biotope als Ausweichflächen sind nicht vorhanden. Auch eine Reihe selten gewordener Tiere hat sich an die besonderen Bedingungen in unseren Mooren angepasst.

Moorveilchen, Foto: D. Weis

Moore renaturieren und erhalten

Der BUND fordert, den Naturzustand der Moore unbedingt zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Wasserhaushalt und Grundwasserspiegel müssen in betroffenen Regionen in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden. Moorschutz ist nicht nur ein kostengünstiger Klimaschutz. Er trägt auch zum Erhalt der Biodiversität bei, den sich die EU und Deutschland als Ziel gesetzt haben. Leider spielt Moorrenaturierung nach wie vor eine zu kleine Rolle. Aber der BUND stellt sich dieser Aufgabe mit seinen Gruppen vor Ort.

Auch Sie können etwas zum Moorschutz beitragen, kaufen Sie für den Garten und Balkon nur Erde ohne Torf. Meiden Sie den Kauf billiger Zimmerpflanzen und Anzuchttöpfe, denn diese enthalten große Mengen Torf.



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