Der Röseberg liegt im östlichen Teil des niedersächsischen Gipskarstes direkt am südlichen Ortsrand von Walkenried. Im Bereich Röseberg-Ost entlang einer Gipssteilwand existiert derzeit noch ein sehr seltener Schluchtwald, der reich an Edellaubhölzern ist. Der Röseberg setzt sich auf Thüringer Seite fort.
Schon heute gibt es einen Gipssteinbruch mit einer Größe von über zehn Hektar. Trotz dieses Umfangs und obwohl derzeit noch ein aktuelles Beschwerdeverfahren zur fehlerhaften Abgrenzung des nahe gelegenen FFH-Gebietes "Gipskarst bei Bad Sachsa" bei der EU anhängig ist, hat die niedersächsische Landesregierung auch den östlichen Teil des Röseberg im neuen Landesraumordnungsprogramm als "Vorranggebiet für Rohstoffsicherung" ausgewiesen und damit faktisch zum Gipsabbau freigeben. Noch 1998 war dieses Gebiet in der Raumplanung als Naturschutzgebiet vorgesehen.
Das international agierende Unternehmen BPB-Formula (ehemals Börgardts) plant eine weitere Abbaufläche von etwa sieben Hektar in direktem räumlichem Zusammenhang mit dem bereits bestehenden Abbaugebiet. Dazu wurde im Jahr 2006 eine standortbezogene Vorprüfung nach dem Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (UVPG) durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen zu erwarten sind und ein einfaches Genehmigungsverfahren nach BImSchG (Bundesimmissionsschutzgesetz) ausreichend ist. Der BUND kritisierte vor allem die unzureichenden Planungsunterlagen und die Einstufung der Biotoptypen am Röseberg-Ost. Daraufhin wurde von der Firma die zum Abbau beantragte Fläche um 2,5 Hektar reduziert.
Die Wechselwirkungen mit dem bereits bestehenden Abbaugebiet bleiben ebenso unberücksichtigt wie die Zerschneidungswirkungen auf bestehende Naturschutz- und FFH-Gebiete. Eine Beeinträchtigung des angrenzenden FFH-Gebiets "Gipskarstgebiet bei Bad Sachsa" mit seinen wertvollen Schlucht- und Hangmischwäldern sowie den typischen Waldmeister-Buchenwäldern ist außerdem nicht auszuschließen.
Der BUND lehnt die Genehmigung weiterer Flächen zum Gipsabbau grundsätzlich ab, denn die Nutzung des sogenanntem REA-Gips' bietet ausreichende Alternativen, die andauernde Naturzerstörung zu beenden. Außerdem hat die betreffende Firma mit ihren acht aktiven Gipssteinbrüchen aktuell eine Bevorratung von 16 Jahren. Die in Thüringen genehmigten Flächen am Röseberg oder die beantragten Abbauflächen Bromberg, Kuhberg, Günzdorf sind dabei nicht eingerechnet.
Auf Thüringer Seite des Rösebergs verfügt BPB-Formula über ein Bergwerksfeld (ein Abbaugebiet nach Bergrecht) auf dem an dieser Stelle sehr breiten und artenreichen ehemaligen Grenzstreifen. Erste Abbauanträge – sogenannte Hauptbetriebspläne – sind auch hier schon genehmigt. Die Magerrasen und Altholzbestände auf dem Grenzstreifen sind schon zum Teil Steinbruch geworden, obwohl gerade die ehemalige Grenze zwischen DDR und BRD als viel gerühmtes "Grünes Band" bundesweit geschützt werden soll.