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Ellrich-Niedersachswerfen: FFH-Gebiete in Gefahr

BUND-Aktive mit Protestbannern gegen den geplanten Gipsabbau.
BUND-Protest gegen den geplanten Gipsabbau der Firma Börgardts.

Im Jahr 2004 gab der thüringische Ministerpräsident Althaus sein Wort, dass es in Nordthüringen keinen weiteren Gipsabbau geben wird. Dennoch sind mittlerweile weitere Abbauvorhaben bzw. -erweiterungen in Thüringen bekannt geworden.

Unmittelbar an den bestehenden Tagebau Rüsselsee am Höhenzug Himmelberg/Mühlberg anschließend, wurde der Firma Börgardts (BPB Formula) der Abbau von Gips genehmigt, obwohl der Abtransport durch den bereits renaturierten Tagebau führt. Dieser wurde mit Mitteln der Gemeinde Niedersachswerfen und des Ellricher Gipswerk im Rahmen eines "Pilotprojektes" beispielhaft realisiert.

Die Abbauvorbereitungen und Sprengungen sind trotz der von der Kommune eingelegten Rechtsmittel in vollem Gange. Durch weitere Genehmigungen unterstützt das Bergamt diese Verfahrensweise.

Himmelsberg (Woffleben) und Mühlberg (Niedersachswerfen) sind anerkannte Naturschutz- und FFH Gebiete. Beide sollten durch eine 200 Meter breite Spange (Mittelfeld) verbunden bleiben, damit Flora und Fauna sich ungehindert ausbreiten können und eine Verinselung vermieden wird. Nun ist genau dieses Mittelfeld Opfer der vom Umweltministerium genehmigten Baumfällung. Damit ist der Startschuß für einen weiteren Abbau gegeben.

mit Wasser gefüllter, ausgesteinter Tagebau am Werksstandort Ellrich

Aktuell handelt es sich "nur" um zwei Hektar. Am Werksstandort Ellrich wurde das bisherige Bergwerksfeld jetzt so erweitert, dass der drei Länder übergreifende Karstwanderweg, der touristisch intensiv vermarktet wird, verlegt werden muss.

Dessen ungeachtet wollen die Ellricher Gipswerke die Abbaufläche am Höhenzug Himmelsberg/Mühlberg im Anschluss an den "Rüsselsee" auch über das Bergwerksfeld erweitern. Diese Tagebauerweiterung nach Osten würde weitere naturschutzfachlich wertvolle Flächen vernichten. Das Land Thüringen hat genau diese Flächen in der FFH-Gebietsmeldung ausgespart.

Warum wohl? Diese Erweiterungsbereiche erstrecken sich bis in das FFH-Gebiet "Kammerforst- Himmelsberg-Mühlberg", in dem Schlucht- und Hangmischwälder als prioritären Lebensraumtyp in einer markanten Größenordnung vorkommen. Würden diese beseitigt, wäre das FFH-Gebiet entwertet.

Obwohl die Gremien der Regionalen Planungsgemeinschaft der Erweiterungsfläche nicht zugestimmt haben, versucht das Unternehmen im laufenden Auslegungsverfahren die Fläche als Vorranggebiet für den Rohstoffabbau durchzusetzen – das Todesurteil für diesen Wald.



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vom 3. bis 6. Januar 2009.

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