Der Wasserweg von Halle zur Elbe ist von Investitionsruinen gepflastert. Bereits für vier Millionen Euro wurden seit den 90ern alle fünf Saale-Schleusen modernisiert. In Halle wurden 30 Millionen Euro für einen Hafen ausgegeben, in dem zehn Schiffe gleichzeitig abgefertigt werden können. Seit dem Jahr 2006 ist hier jedoch überhaupt kein Schiff mehr angekommen. Inzwischen wurde der wasserseitige Teil des Hafens Hafen in aller Stille abgeschrieben, die Millionen sind futsch. Die Geister-Wasserstraßen werden verwaltet von einer monströsen Schifffahrtsverwaltung, in der deutschlandweit dreimal mehr Verwalter arbeiten als es Binnenschiffer gibt. An Elbe und Saale fallen auf einen Schiffer sogar mehr als zehn amtliche Schifffahrtsverwalter.
Es ist zu befürchten, dass die Verkehrsplaner nun auf einen Ausbau der Elbe schielen. Ein ökologisches Desaster, dessen wirtschaftliche Vorteile mehr als zweifelhaft sind. Bisher wurde ein Ausbau der Elbe vom Bundesverkehrsministerium jedoch strikt verneint.
Aber gibt es denn überhaupt ein Transportproblem zwischen der Region Halle-Leipzig und den Nordseehäfen? Tatsächlich wird der Verkehr problemlos über die Schiene abgewickelt. Mit Engpässen sei auch in Zukunft nicht zu rechnen, so die Deutsche Bahn Netz-AG.
Von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee fordert der BUND, das Kanal-Projekt endlich zu beerdigen. „Die Träume mancher Wasserstraßenbauer haben sich als das erwiesen, was sie sind: unwirtschaftliche und unsinnige Luftschlösser“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Es ist an der Zeit, die für den Wasserstraßenausbau zuständigen Behörden neu zu orientieren. Auch dafür liegt die Verantwortung beim Bundesverkehrsminister. Anstatt die Kanalisierung der letzten naturnahen Flüsse zu planen, sollten die Wasserstraßenbehörden am Auenschutz und an Maßnahmen zum ökologischen Hochwasserschutz mitarbeiten.