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Flusslandschaft in Gefahr

Verlust von Überschwemmungsflächen

Mehr als 80 Prozent der ursprünglichen Überschwemmungsflächen an der Elbe wurden durch Deiche abgeschnitten. Damit gingen natürliche Rückhalteflächen für Hochwasser und wertvolle Feuchtgebiete verloren. Dieser Mangel an Überschwemmungsfläche führte im August 2002 nach heftigen Regenfällen zum großen Elbehochwasser in weiten Teilen von Tschechien, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Mit vereinten Kräften kämpften die Menschen gegen die Wassermassen. Trotzdem entstanden große Schäden: Viele Straßen wurden unterspült, Häuser überflutet und schwer beschädigt, die Strom- und Telefonversorgung brach zusammen, ganze Ortsteile und Dörfer mussten evakuiert werden oder waren von der Außenwelt abgeschnitten. Der Gesamtschaden in Deutschland betrug ca. 15 Milliarden Euro!

Elbe-Buhne bei Niedrigwasser, Foto: www.bund.berlin.de
Elbe-Buhne bei Niedrigwasser

Einschneidende Flussbaumaßnahmen

Durch Schotterung und Begradigung des Flusses hat sich die Elbe teilweise tief in ihr Bett eingraben. Es kam zu einem starken Absinken des Grundwasserstandes in der Aue, wodurch wertvolle Auwälder, Feuchtwiesen und Kleingewässer zerstört wurden. Viele Bewohner dieser Lebensräume verloren ihre Existenzgrundlage. Durch die Vertiefung der Elbe sind auch wichtige Flachwasserzonen im Fluss verschwunden, die für einige Fischarten existenziell sind. Lebenswichtiger Sauerstoff gelangt nicht bis in die neu entstandenen tiefen Gewässerzonen.

Unüberwindbare Barrieren

Die natürlichen Wanderrouten von Fischen wie Stör oder Lachs wurden von Stauwerken unterbrochen. Viele Nebenflüsse der Elbe sind vollkommen staureguliert und haben so ihre Bedeutung als Laichgebiete verloren. An der Elbe gibt es etwa 20 Stauwerke in Tschechien, eines in Deutschland bei Geesthacht.

Wasserqualität

Die Elbe und viele Nebenflüsse sind auch heute noch durch zu viele Schadstoffe belastet. Verantwortlich dafür sind eine intensive landwirtschaftliche Nutzung in den Auen, Einleitungen, aber auch Schadstoffe, die im Flussbett abgelagert sind.

Uferbefestigung an der Elbe, Foto: www.bund.net
Uferbefestigung an der Elbe

Ein Beispiel:

Die Tide-Elbe bei Hamburg: Vom Lebensraum zur Wasserstraße?

Vom Wehr Geesthacht bis zur Mündung in die Nordsee hat die Elbe einen ganz eigenen Charakter. Sie ist geprägt durch den Tidehub der See mit daran angepassten Lebensräumen wie den geschützten Tide-Auwäldern. Für Hamburg ist die Tide-Elbe vor allem eine bedeutende Wasserstraße, denn hier verkehren riesige Containerschiffe.

Sechsmal wurde die Elbe deshalb bereits vertieft, von ursprünglich drei auf inzwischen über fünfzehn Meter! Nun sollen erneut Millionen Kubikmeter Sand aus dem Fluss geholt werden. Die Folgen für das Ökosystem sind katastrophal: Letzte, wertvolle Flachwasserzonen verschwinden, immer häufiger sterben Fische an akutem Sauerstoffmangel. Mehr...

Quelle: http://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/naturschutz/elbe/flusslandschaft_in_gefahr/