In Nordrhein-Westfalen sah man die Waldfledermaus in den 1960er Jahren in den frühen Abendstunden noch häufig durch die Luft segeln. Heute gehört sie zu den seltensten Fledermausarten und ist im gesamten Bundesgebiet vom Aussterben bedroht. Nur noch zwei größere Mopsfledermaus-Bestände konnten in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen werden. Schuld an ihrem starken Rückgang ist vor allem der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Land- und Forstwirtschaft. Sie kosten zum einen Beutetiere wie Kleinschmetterlinge das Leben, zum anderen stirbt die kleine Fledermaus einen langsamen Tod, indem sich mehr und mehr Gift in ihrem Körper anreichert. Heute fehlt es den wenigen überlebenden Mopsfledermäusen außerdem an Sommerquartieren hinter abstehender Rinde oder in Baumhöhlen. Denn viele alte Bäume werden als "Gefahrenbäume" gefällt. Mit den Winterquartieren sieht es nicht viel besser aus: Immer mehr Höhlen, Stollen und Bunker werden mit Beton verschlossen oder zugesprengt. Letztlich gefährdet auch der Straßenverkehr die Mopsfledermaus. Ihr niedriger Flug macht sie zu einem häufigen Verkehrsopfer.
"Helfen können der Mopsfledermaus vor allem die Förster: Wenn sie mehr tote Bäume in ihren Wäldern stehen lassen, findet die Fledermaus genügend Quartiere. Sie braucht fünf bis zehn Quartierbäume pro Hektar", erklärt Bernd Meier-Lammering, Fledermausexperte und stellvertretender Landesvorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Nordrhein-Westfalen. Eine naturnahe Forstwirtschaft mit artenreichen, unterschiedlich alten Mischwäldern biete auch für Falter wieder eine Lebensgrundlage. So finde die Mopsfledermaus genügend Nahrung. Pestizide sollten auch in der Landwirtschaft nicht mehr oder nur noch reduziert eingesetzt werden. Dann jagt das kleine Geschöpf auch künftig über die Bäume – und macht uns den Sommer ein bisschen mückenfreier.