Heute ist der Herzlöffel in Deutschland extrem vom Aussterben bedroht. Vermutlich gibt es bundesweit nur noch ein einziges Vorkommen im Naturschutzgebiet "Charlottenhofer Weihergebiet" im Landkreis Schwandorf. Der Herzlöffel fühlt sich an flacheren Stellen in kleinen Seen, aber auch in Sümpfen und anderen stehenden Gewässern wohl – allerdings nur in Höhenlagen zwischen 300 und 700 Metern. Im Herbst bildet die seltene Pflanze in den Achseln einzelner Blätter Winterknospen, die von der absterbenden Pflanze abfallen und in den See sinken, wo sie auf dem Grund überwintern. Im Frühjahr werden aus ihnen neue Pflanzen entstehen, der Kreis schließt sich.
Dass die Art heute vom Aussterben bedroht ist, ist wasserbaulichen Maßnahmen und der Entkrautung von Gräben und Kanälen geschuldet. Auf der anderen Seite wurden insbesondere flache Gewässer oft mit Erde aufgefüllt oder auch entwässert, um Flächen z.B. für die Landwirtschaft nutzbar zu machen. Wo der Herzlöffel in Fischteichen siedelte, konnte er nicht überleben, sobald die Teiche intensiver bewirtschaftet wurden, denn mit dem Nährstoffüberangebot kam er nicht klar. "Herzlöffel-Schutz bedeutet Gewässerschutz. Außerdem sollten die Gewässer von ausreichend großen Pufferzonen umgeben werden, um einen weiteren Nährstoffeintrag aus der Landwirtschaft zu verhindern", erklärt Dr. Christine Margraf, Naturschutzexpertin des Bund Naturschutz (BN) in München. Nur dann hat die seltene Pflanze eine Chance, weiter auf dem Wasser zu wogen, fest im Grund des Sees verankert, doch den Kopf im weißblauen Himmel.