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Schleswig-Holstein: Bekassine auf der Roten Liste

Himmelsziege heimatlos

Eine Himmelsziege stürzt durch die Lüfte und lässt ein Meckern erklingen… Die Bekassine, im Volksmund auch Himmelsziege genannt, hat wenig mit einer Ziege gemein. Aber wenn ihre äußersten Schwanzfedern im Sturzflug in Schwingung geraten, klingt das eindeutig nach einem Meckern. Daher wird sie auch als Vogel mit dem singenden Schwanz bezeichnet. Ausgesprochen schön ist sie. Und ausgesprochen selten. Denn früher wurde die Bekassine intensiv bejagt. Und heute wird ihr Lebensraum knapp.

Bekassine, Foto: M. Delpho
Foto: M. Delpho, durch Klick vergrößern

Die Himmelsziege hält nicht viel von der Ehe fürs Leben. Ihre Liebe hält jeweils einen Sommer lang. Gut versteckt zwischen hohen Grashalmen legt sie ihr Nest an. Das Männchen ist für seine Partnerin da, es bleibt in Nestnähe und hält Wache.

Die kleine Sumpfschnepfe mag es feucht. Sie bewohnt extensiv bewirtschaftete Feuchtwiesen, Moore und Marschen sowie offenes Sumpfland, an der Küste auch Salzwiesen. Die Spitze ihres sehr langen, geraden Schnabels ist mit Millionen Tastsinneszellen besetzt. So spürt der Vogel Würmer und Larven im schlammigen Boden auf. Der sollte eine lockere Humusschicht aufweisen, damit er genügend Nahrung enthält.

Dass der seltene Vogel heute deutschlandweit vom Aussterben bedroht ist, liegt vor allem daran, dass er seinen Lebensraum verliert. Insbesondere intensive Landwirtschaft mit Bodenentwässerung macht die Himmelsziege heimatlos, die im trockeneren Boden nicht mehr genügend Nahrung findet. Auch ungestörte Brutplätze werden selten. Der Bekassinen-Bestand hat sich drastisch reduziert: Während es um 1970 noch 10 000 bis 15 000 Brutpaare in Schleswig-Holstein gab, sind es heute nur noch etwa 1 400 Paare. Um die letzten Himmelsziegen zu schützen, müssen Brut- und Rastplätze als Schutzgebiete ausgewiesen werden. Wo entwässerte Auen- und Feuchtgebiete, Hoch- und Niedermoore  renaturiert werden, findet der Vogel wieder eine Heimat. In der Nähe seiner Brut- und Nahrungsplätze sollte auf Düngung und Biozide verzichtet werden. Das kann durch die Anlage von Pufferzonen und die Nutzungsextensivierung von Feucht- und Nassgrünland geschehen.

In Schleswig-Holstein lebt die Bekassine in der Eider-Treene-Sorge-Niederung. Dessen Kerngebiet ist mit 60 000 Hektar das größte und vielfältigste Niederungsgebiet des Bundeslandes und – gemäß der sogenannten Ramsar-Konvention – ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung. Knapp 10 000 Hektar sind zudem Europäisches Vogelschutzgebiet. "Der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein ist es durch die sehr enge Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, dem BUND und dem NABU gelungen, bedeutende Flächen aufzukaufen. Die sind jetzt für den Naturschutz sichergestellt oder werden zumindest nur noch extensiv bewirtschaftet", freut sich Norbert Voigt, Biologe und Naturschutzexperte beim Landesverband des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) über den gemeinsamen Erfolg. "Dieser Raum ist von einer besonderen Schönheit. Hier soll die Himmelsziege auch künftig eine Heimat haben".

Die Bekassine auf einen Blick (Tabelle)

Ansprechpartner:
Norbert Voigt
Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND)
Landesverband Schleswig-Holstein e.V.
Lerchenstraße 22
24103 Kiel
Tel.:  04 31 / 6 60 60 - 30
Fax.:  04 31 / 6 60 60 - 33
norbert.voigt@bund-sh.de
www.bund-sh.de



Europäischer Nerz, Foto: S. Meyers

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