Der Mensch ist dabei, auch die abgeschiedensten Orte und die letzten unbesiedelten Flächen dieser Erde in Besitz zu nehmen. Das wundervoll vielfältige Leben um uns herum drängen wir immer mehr zurück. Hierzulande steht rund die Hälfte aller Tiere und Pflanzen auf der Roten Liste der bedrohten Arten.
Eine wesentliche Ursache für den Verlust der biologischen Vielfalt liegt in unserem Lebensstil. Wir übernutzen die Ökosysteme. Sehr deutlich drückt dies der "ökologische Fußabdruck" aus. Er beschreibt, wie viel ein Einzelner an fruchtbarem Land benötigt, um seine grundlegenden Bedürfnisse zu stillen wie Nahrung, Wasser, Wohnen, Energie, Handel und Abfallentsorgung. Einem Menschen in den Entwicklungsländern steht dafür durchschnittlich 1 Hektar zur Verfügung, einem US-Amerikaner dagegen 9,6 Hektar.
Das zeigt nicht nur, wie sehr der wachsende Wohlstand in unseren Breiten gleichzeitig zu einer wachsenden Ungleichheit führt, sondern auch wieviel Natur die Menschen gerade in den Industrieländern für sich beanspruchen, die unseren Mitbewohnern auf diesem Planeten, d.h. Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen, nicht oder nur sehr eingeschränkt zur Verfügung stehen. Dass sich daran etwas ändern muss steht außer Frage. Und daran beteiligt sich der BUND nach Kräften.
Mit unserem Engagement für das Grüne Band und unserem Einsatz gegen Gentechnik und zum Schutz der Schmetterlinge haben wir schon vor Jahren Weichen zum Schutz der Biodiversität gestellt. Ebenso widmet sich unsere aktuelle "Aktion Lurch" dem Schutz der Biodiversität, denn auch unsere heimischen Amphibien sind gefährdet: Ihre Lebensräume schrumpfen in einem besorgniserregendem Ausmaß, weil sie vergiftet oder zugebaut werden.
In unserer Galerie bedrohter Arten stellen wir Ihnen 15 bedrohte Tiere und Pflanzen vor, die in Deutschland ausgesprochen rar geworden sind.
Der BUND hat 2008 die große Artenschutzkonferenz COP9 in Bonn begleitet. Wir haben klare Vorstellungen, was Deutschland tun muss, um die globale Biodiversität zu retten, mehr dazu unter "Das will der BUND".
Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt rückte 2009 das Problem der invasiven Arten in den Mittelpunkt. Damit sind Tiere und Pflanzen gemeint, die der Mensch meist aus weit entfernten Teilen der Erde in Gebiete gebracht hat, in denen sie ursprünglich nicht heimisch sind. Oft werden sie dort zur Plage: Wenn natürliche Konkurrenten fehlen, breiten sie sich mitunter explosionsartig aus und verdrängen die heimische Flora und Fauna. Mehr...