Beispiele für Alleenpatenschaften in Mecklenburg-Vorpommern
Basedow - Gessin
In Basedow feierten die BUND-Alleenpaten einen großen Erfolg: 90 gesunde Linden sollten im Jahr 2006 für den Ausbau der Kreisstraße von Basedow nach Gessin gefällt werden. Die „Interessengemeinschaft Alleenfreunde“ engagierte sich mit ihrer Patenschaft für die Erhaltung der Allee und erreichte viel:
Die Fällung der Bäume wurde verhindert, bei Ausbau der Straße mit der denkmalgeschützten Allee darf die vorgeschriebene Breite unterschritten werden, in der Allee wird es Lückenbepflanzung geben.
Die Allee in Basedow ist Teil einer besonderen Kulturlandschaft. Basedow stellt mit seiner Umgebung das besterhaltene Beispiel einer „Ornamental Farm“ dar, also einer ausgeschmückten Landwirtschaft. Das Gebiet wurde durch den angesehenen Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné gestaltet, zu dessen Werken z.B. auch der Zoologische Garten in Berlin und Teile des Schlossparks Sanssouci in Potsdam zählen.
Aktionen der Paten
Für wunderschöne Alleen im unmittelbaren Umfeld von Basedow wollen die Alleenfreunde eine Karte erstellen und – zusammen mit ihrem Jahresprogramm – verteilen. Als Aktionen sind ein Baumfest, ein Seminar sowie Pflanz- und Räumaktionen geplant. Besonders wichtig ist den Alleenfreunden der persönliche Bezug zu der Allee. Deshalb werden auch private Sponsoren die Möglichkeit bekommen, "ihren" Alleebaum zu pflanzen.
Friedrichsthal
Der Ortsbeirat Friedrichsthal übernahm im Sommer 2001 eine Patenschaft für eine Allee, deren Geschichte mehr als 200 Jahre zurückreicht. Bereits 1798 veranlasste Großherzog Friedrich Franz I., dem Friedrichsthal übrigens seinen Namen verdankt, die Pflanzung der Lärchen an der Straße von Schwerin nach Lübeck. 43 der 313 Bäume in der heutigen Allee stammen noch aus dieser Erstpflanzung. Doch die Paten kümmern sich nicht nur um den Schutz der alten Baumriesen, sondern auch um eine schrittweise Verjüngung der Allee.
Engagement der Paten
Durch großes Engagement der Alleenpaten konnten bereits 22 junge Lärchen neu gepflanzt werden. Die Jungbäume schließen die vorhandenen Lücken im ältesten Bestand. Wenn es über lange Zeit nicht regnet, sorgen die Paten für das Wässern der Jungbäume. Die Anteilnahme der Bürgerinnen und Bürger an der Lärchenallee wächst von Jahr zu Jahr: Bei der letzten Baumpflanzung waren 140 Personen anwesend.
Das Lärchenfest
Friedrichsthal ist stolz auf seine Allee! Die Lärchen und das Jagdschloss des Großherzogs Friedrich Franz I. sind das Symbol des Stadtteils Friedrichsthal, der am 1. Oktober 1936 in die Landeshauptstadt Schwerin eingemeindet wurde. Zum Tag der Deutschen Einheit wird in Friedrichsthal jährlich ein eigenes Lärchenfest gefeiert, seit 1997 beginnt das Fest immer mit dem Pflanzen einer neuen Lärche. Die Alleenpaten freuen sich, dass Ihre Allee im Mittelpunkt steht. Denn so werden immer mehr Menschen gewonnen, die sich nicht nur an den Alleen erfreuen, sondern sie auch für nachfolgende Generationen bewahren.
Trent-Zessin
Über 2.500 Kilometer führt die „Deutsche Alleenstraße“ als beliebte Ferienstraße durch ganz Deutschland, von der Ostsee an den Bodensee. Die Allee von Silenz nach Neuenkirchen auf Rügen gehört zum ersten Abschnitt dieser bekannten Alleenstraße. Doch sie ist bedroht! Denn ein geplanter Kiestagebau auf der Insel würde wegen der schweren Laster den Ausbau der Straße erfordern.
Um diese Allee vor der Abholzung zu bewahren, haben bereits im Jahr 2000 BUND-Aktive gemeinsam mit einer Bürgerinitiative die Alleenpatenschaft Trent-Zessin übernommen. Seitdem haben sie viel erreicht! Sie organisierten zum Beispiel eine Postkartenaktion zum Schutz der Allee. Hunderte Touristen und Einheimische protestierten so gegen den Kiesabbau und die damit verbundene Abholzung.
Die Alleenpaten auf Rügen kümmern sich zudem um Neuanpflanzungen und die Pflege der jungen Bäume. Auf dem 7,3 km langen Abschnitt der Allee von Silenz nach Neuenkirchen wurden dank des Engagements der Paten bereits 70 junge Linden gepflanzt.







