Geht alles nach Plan, verabschiedet die Bundesregierung in diesem Herbst den so genannten „Fortschrittsbericht 2008“. Erklärtes Ziel ist es, die nationale Nachhaltigkeitsstrategie weiterzuentwickeln. Im Mai hat die Bundesregierung den Entwurf für den Fortschrittsbericht veröffentlicht und bis Ende Juni alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu Anregungen und Vorschlägen aufgerufen. BUND, DNR und NABU haben eine gemeinsame Stellungnahme vorgelegt und damit ihre Erwartungen formuliert: Ohne verbindliche Ziele, verbunden mit Maßnahmenpaketen und Zeitachsen droht die Strategie zur bloßen Absichtserklärung ohne nachhaltige Folgen zu verpuffen. Außerdem müssen die Ziele ehrgeizig sein. Drei Beispiele:
- Das Klimaschutzziel, den Kohlendioxid-Ausstoß zwischen 1990 und 2020 um 40 Prozent zu reduzieren, muss die Bundesregierung auch unabhängig von europäischen Zielsetzungen verfolgen. Außerdem sollte in die Nachhaltigkeitsstrategie das langfristige Ziel aufgenommen werden, den CO2-Ausstoß bis 2050 um mindestens 80 Prozent zu reduzieren.
- Der ökologische Landbau muss dringend ausgebaut werden. Die angestrebten 20 Prozent können und müssen bis 2015 erreicht werden. Nur 5,1 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche werden derzeit ökologisch bewirtschaftet. Gleichzeitig verzeichnet gerade der Ökomarkt mit seinen zweistelligen Zuwachsraten (jährlich 15–20 Prozent) sogar Angebotsengpässe. Diese Entwicklung geht jedoch an den heimischen Landwirten vorbei: Fast 50 Prozent der nachgefragten Bioprodukte müssen wegen zu geringer Förderung der ökologischen Landwirtschaft in Deutschland importiert werden.
- Der Flächenverbrauch muss bis zum Jahr 2020 auf Null reduziert werden. Gegenwärtig werden in Deutschland jeden Tag über 100 Hektar freie Landschaft durch Zersiedelung und Versiegelung verbaut oder von Verkehrswegen zerschnitten. Das entspricht einer Fläche von 125 Fußballfeldern. Umweltschützer weisen seit Langem auf diese fatale Entwicklung mit gravierenden Folgen für Natur und Umwelt hin.