Q-Regio-Hofläden
In der Uckermark, einer strukturschwachen Region mit über 25 Prozent Arbeitslosenquote im Nordosten Brandenburgs, entstand 2005 mit Förderung durch das Programm Regionen Aktiv aus dem Milchvieh- und Käseproduktionsbetrieb Wolters das Franchise-Konzept Q-Regio. Selbständige Lizenznehmer haben inzwischen fünf Q-Regio-Hofläden mit einheitlichem Auftritt in brandenburgischen Städten eröffnet. Zum Start gab es dabei Investitionsförderungen aus dem Leader-Programm der Zweiten Säule. Das Angebot der Läden umfasst regionale Lebensmittel von ausgesuchter Qualität, darunter viele handwerklich hergestellte Produkte von Kleinstbetrieben, Spezialitäten und Bioprodukte.
Die Q-Regio-Läden, angesiedelt zwischen Feinkostgeschäft, Bioladen und Supermarkt, kommen bei den Kunden gut an. Die freuen sich über die heimischen Produkte und zugleich darüber, dass die gesamte Wertschöpfungskette vor der Haustür stattfindet. Das Regionalkonzept bedingt zugleich Saisonalität – es gibt frische Erdbeeren, aber nicht zu jeder Jahreszeit. Das erhöht die Glaubwürdigkeit. Die Zulieferer tragen durch ihre kleinteilige, landschafts- und naturschonende, häufig ökologische Wirtschaftsweise und zum Teil auch durch die Nutzung seltener Tier- und Pflanzenarten zum Erhalt der ländlichen Artenvielfalt bei.
Die über 60 Zuliefererbetriebe haben mit Q-Regio einen zuverlässigen, regelmäßigen Abnehmer. Auch Betriebe, deren Produktionsmengen für Großabnehmer nicht ausreichen, können so ihre Spezialitäten erfolgreich vermarkten. Auf diese Art sichert die Regionalvermarktung ländliche Arbeitsplätze bei den Produzenten, zusätzlich sind bisher schon elf Arbeitskräfte im Q-Regio-Vermarktungssystem beschäftigt. Weitere Läden in Brandenburg und Berlin sind geplant.