Die Folge: Jedes Jahr geben rund drei Prozent der Bauernhöfe auf, während industrielle Agrarbetriebe wachsen. 12 Millionen Rinder, 27 Millionen Schweine und 50 Millionen Hühner und Geflügel sind fast ganz von den Wiesen verschwunden. In mehreren Bundesländern gingen artenreiche Wiesen und Weiden um 2,5 bis 4 Prozent gegenüber 2003 zurück. Unsere Nutztiere werden in engen Ställen auf immer weniger Platz gehalten und mit quälerischen Zuchtmethoden zu immer höheren Leistungen gezwungen.
Damit die Schweine bei uns noch schneller fett werden, bekommen sie Importfuttermittel wie Soja. Für die steigende Nachfrage nach Futtersoja werden in Entwicklungsländern große Regenwaldgebiete abgeholzt und Menschen vertrieben.
Viele Verbraucherinnen und Verbraucher möchten weder die Umwelt schädigen noch Tiere quälen und greifen immer häufiger zu Biolebensmitteln. In Deutschland wächst die Nachfrage derzeit jedes Jahr um 18 Prozent. Die Zahl der Biobauernhöfe steigt längst nicht so schnell. Der Grund: Bis zur Anerkennung als Biohof muss ein Betrieb zwei Jahre Umstellungszeit nach den Regeln des Ökolandbaus wirtschaften, ohne schon die höheren Biopreise für die Umstellungsware zu bekommen.
Die Bundesregierung und die Länder haben die staatlichen Fördergelder für die Umstellung auf umweltfreundliche Landwirtschaft so drastisch gekürzt, dass viele Bauernhöfe einen Wechsel nicht mehr wagen, weil sie die Umstellungsjahre nicht überstehen würden.