Addiert man die Subventionen auf die Lebensmittelpreise, sind die Kosten für VerbraucherInnen um bis zu siebzig Prozent höher als auf dem Preisschild steht. Hinzu kommen die Nebenwirkungen einer Landwirtschaft, die sich am Leitbild industrieller Fertigung orientiert. Und dafür steht die Gesellschaft gerade – etwa, wenn Nitrat- und Pestizidrückstände aus dem Wasser gefiltert werden, um Trinkwasser zu gewinnen oder wenn Hochwasser Schaden anrichtet, weil landwirtschaftlich intensiv genutzte Böden das Regenwasser nicht mehr speichern können.
Auch mit der 2003 beschlossenen Neuverteilung der EU-Agrarsubventionen hat sich nicht viel geändert. Zahlungen sind im Gegensatz zu früher nicht mehr an die Produktion, sondern an die Fläche gekoppelt. Aber auch hier haben flächenstarke rationalisierte Betriebe Kostenvorteile. Kleinere Betriebe, die mit viel Arbeitskraft naturverträglich wirtschaften, haben das Nachsehen.
Obwohl der Absatz von Bio-Produkten 2006 um 18 Prozent zugenommen hat, ist die ökologisch bewirtschaftete Fläche lediglich um 2,3 Prozent gewachsen. Die Importe von Bioprodukten aus dem Ausland steigen. Eier müssen bereits zu einem Drittel aus dem Ausland importiert werden. Um diese Chance für die Landwirtschaft in Deutschland nicht zu verschlafen, sind klare Signale zur Förderung des Ökolandbaus von der Politik nötig.