Sie befinden sich hier:

Biodiesel und Co. – Effizienz muss Vorrang haben

Bauer mit Schweinen auf Weide, im Hintergrund Felder und Windkraftanlagen. Foto: BESH
Ökolandbau braucht Platz, z.B. für das Schwäbisch-Hällische Schwein, das bis vor wenigen Jahren fast ausgestorben war.

Seit der Abschaffung der Mineralölsteuer im Jahr 2002 erleben Pflanzentreibstoffe einen Boom. Mittlerweile werden auf 2 Millionen Hektar bzw. 17 Prozent der deutschen Ackerflächen Energiepflanzen angebaut. Pflanzenkraftstoffe machen schon heute 6,3 Prozent des Gesamtverbrauchs aus, bis 2020 sollen es mindestens 10 Prozent werden.

Flächen sind begrenzt

Die landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland können den Bedarf an Energiepflanzen nur sehr begrenzt decken, in der Folge steigen Pacht- und Rohstoffpreise, es kommt zur Konkurrenz mit der Nahrungsmittelproduktion. Die Produktion von Biodiesel, der gerade mal fünf Prozent des gesamten Dieselverbrauchs abdeckt, stößt in der Landwirtschaft bereits an Grenzen und hat erhebliche Auswirkungen auf den Naturschutz.

Der Import von Biomasse ist keine Alternative, solange nicht eine zuverlässige Zertifizierung die Einhaltung von hohen Sozial- und Umweltstandards garantiert. Im Moment werden artenreiche, tropische Regenwälder für Pflanzenkraftstoffe abgeholzt, ganze Landstriche in Südostasien und Brasilien in industrielle Monokulturen umgewandelt. Dazu kommen Vertreibung der Bevölkerung sowie die Missachtung von Menschenrechten.

Prioritäten setzen

Sparsamere Autos, weniger Verkehr, endlich ein Tempolimit – so könnte der gesamte Kraftstoffverbrauch in Deutschland halbiert werden. Aus Sicht des BUND muss daher vor allem die Entwicklung verbrauchsarmer Fahrzeuge vorangetrieben werden. Das muss unbedingte Priorität gegenüber der Umstellung der Fahrzeuge auf Pflanzenkraftstoffe haben. Daneben muss die optimale Energieausnutzung das oberste Gebot sein: Flüssige Biomasse wie Pflanzenöl kann energetisch effizienter in stationären Motoren mit Kraft-Wärme-Kopplung verwendet werden als in relativ ineffizienten Kraftfahrzeugen.



Witzig und provokant: der neue BUND-Spot

Mit Millionen-Subventionen aufgeblasene Konzerne attackieren einen Bauern auf seinem Hof. Doch der weiß sich zu wehren... (4 MB)

  Gefördert von der EU

Spot-Großansicht (7 MB) und Informationen zum Spot

Wer bekommt mein Geld?

Titelbild BUND-Agrarexpress

Wussten Sie, dass Sie jedes Jahr weit über 100 Euro an Steuern zahlen, die Brüssel für die Landwirtschaft ausgibt? So kommen jährlich über 50 Milliarden Euro zusammen.

Mehr im BUND-Agarexpress:

Suche

Metanavigation: