Artenschutz rechnet sich
Oft wird Artenschutz in der Landwirtschaft als Hemmschuh für eine gute wirtschaftliche Entwicklung angesehen. Die Praxis zeigt jedoch, dass das nicht stimmt. Zwei Beispiele: Brauereien in Deutschland setzen erfolgreich Dinkel, Emmer und Einkorn zum Brauen ein – und zahlen den Bauern dafür gute Preise. Und das Schwäbisch-Hällische Schwein, bis vor wenigen Jahren fast ausgestorben, wird inzwischen erfolgreich verkauft, während herkömmliche Schweinemäster kaum Gewinne erwirtschaften.
Manches bedeutet für die Landwirte tatsächlich Mehrarbeit und rechnet sich nicht unmittelbar. Dazu gehören Hecken und Windschutzpflanzungen. Sie sorgen für Abwechslung in der Landschaft und sind daher entscheidende "Artenschutzinseln" in der Agrarwüste. Dennoch gibt es sie nur noch selten, weil sie z. B. beim Einsatz großer Maschinen stören. Der BUND fordert deshalb, dass Betriebe, die durch ihre Wirtschaftsweise oder durch Landschaftspflege Arten erhalten, für ihre Leistungen entlohnt werden. Und dafür müssen Agrar-Umweltprogramme wieder finanziell aufgestockt werden.