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A+, A++, A+++: EU-Energiekennzeichnung bleibt verbesserungswürdig

Nach über einem Jahr einigten sich die EU-Institutionen Ende 2009 über die Neugestaltung des Energieeffizienzlabels. Zusätzlich zu den Klassen A bis G sollen nun Zusatzklassen von A+ bis A+++ eingeführt werden. Dies wäre beispielsweise bei Kühlgeräten, Waschmaschinen und Spülmaschinen der Fall, bei denen die Klasse A seit Jahren technisch überholt ist. Die eigentlich notwendige Neubewertung (Reskalierung) der Klassen soll erst kommen, wenn ein Großteil der Geräte die Klasse A+++ besiedelt. Für 2014 solle eine erneute Revision der Kennzeichnungsrahmenrichtlinie stattfinden. Bis dahin soll die Wirksamkeit der Entscheidung getestet werden.

Energielabel mit den Zusatzklassen A+ bis A+++
Verstehen Sie das? Vorschlag zur Neugestaltung des Energielabels


Komplizierter statt einfacher: Industrie tritt auf die Innovationsbremse

 In der Vergangenheit hat die A bis G-Kennzeichnung maßgeblich dazu beigetragen, die Energieeffizienz von Produkten voranzutreiben. Besonders erfolgreich war das Label bei Kühlgeräten. Im Jahr 2000 trugen nur 21 Prozent der verkauften Geräte ein A. 2008 entsprachen schon über 90 Prozent der Klasse A, A+ oder A++. Sein Erfolg wurde dem Label nun zum Verhängnis. Die Industrieverbände wehrten sich erfolgreich gegen die Neubewertung der bisherigen Effizienzklassen.

Sie befürchten, von A auf B abgewertete Produkte nicht weiter wie bisher verkaufen zu können. Diese Befürchtungen nahm der EU-Rat, angeführt von Deutschland, Italien, Portugal und Polen, ernster als Verbraucherinteressen und Klimaschutz und setzte sich vehement für die Zusatzklassen A+, A++, A+++ und sogar A++++ ein – ohne jegliche Neueinordung bisheriger A-Geräte.

Warum muss das Label überhaupt aktualisiert werden?

Die derzeitige Zuordnung der Klassen A bis G zu Verbrauchswerten wurde einmalig Mitte der neunziger Jahre vorgenommen und seither nicht mehr an den Stand der Technik angepasst. Für Kunden verwirrend: Wegen des technischen Fortschritts gibt es kaum noch Elektrogeräte der Klasse B oder schlechter. Damit verliert die Klasse A an Aussagekraft. Einzig bei Kühlgeräten wurde mit der Schaffung der Klassen A+ und A++ eine provisorische, wenngleich missverständliche Anpassung vorgenommen. Dass ein A++-Kühlschrank nur die Hälfte eines A-Gerätes verbraucht, erschließt sich kaum jemandem.

Wie muss ein klima- und verbraucherfreundliches Energielabel aussehen?

Altes EU-Label mit den klassen A-G.
Das alte EU-Label: kaum Orientierung für sparwillige Verbraucher.

Umwelt- und Verbraucherverbände fordern, die bekannte A bis G-Skala beizubehalten und sie regelmäßig zu aktualisieren. Mindestens alle drei bis fünf Jahre sollten die Produkte den technischen Entwicklungen folgend neu eingestuft werden. Auf die beste Klasse dürften dabei maximal 20 Prozent der Geräte entfallen. So wäre das Label immer auf dem Stand der sparsamsten Technik.
 
Verbraucher müssen sicher gehen können, dass ein A-Gerät tatsächlich das effizienteste Produkt am Markt ist. Studien der Universität St. Gallen und der Deutschen Energie-Agentur zeigen, dass die Kunden bereit sind, für Geräte mit einem A-Label mehr zu investieren. Ein Label mit A+++ hat diese Wirkung nicht. In der Vergangenheit hat die A bis G-Kennzeichnung maßgeblich dazu beigetragen, die Energieeffizienz von Produkten voranzutreiben. Besonders erfolgreich war das Label bei Kühlgeräten. Im Jahr 2000 trugen nur 21 Prozent der verkauften Geräte ein A. 2008 entsprachen schon über 90 Prozent der Klasse A, A+ oder A++.

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