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BUND fordert Wärmelastplan

Rhein im Durchschnitt 3 Grad wärmer als vor 100 Jahren – Höchste Wassertemperatur zwischen Worms und Mainz

Diagramm: Verlauf der mittleren Jahrestemperatur und des jährlichen Maximums der Tagesdurchschnittstemperatur im Rhein bei Mainz 1976 bis 2003 (aus IKSR 2004). Beide Kurven ansteigend.
Verlauf der mittleren Jahrestemperatur und des jährlichen Maximums der Tagesdurchschnittstemperatur im Rhein bei Mainz 1976 bis 2003 (aus IKSR 2004).

Der BUND hat eine neue Studie zur Wärmelast des Rheins in Auftrag gegeben. Diese zeigt, dass die Rheintemperatur an der deutsch-niederländischen Grenze inzwischen durchschnittlich drei Grad über dem natürlichen Niveau liegt. Zwei Grad resultieren aus den Einleitungen von Kühlwasser und erwärmtem Betriebsabwasser (überwiegend aus Atom- und Kohlekraftwerken) entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse, ein Grad ist bereits auf den Klimawandel zurückzuführen. Kohle- und Atomkraftwerke heizen den Fluss also doppelt auf: durch die eingeleitetet Abwärme und mittelbar durch ihre klimaschädliche Wirkung. Deshalb fordert der BUND einen Wärmelastplan für den Rhein.

Schon seit 38 Jahren gibt es keine Aktualisierung mehr eines amtlichen Wärmelastplanes für den Rhein. Das war einer der Gründe, warum im Rheineinzugsgebiet liegenden BUND-Landesverbänden, Dr. Jörg Lange aus Freiburg beauftragten, diese Studie durchzuführen. Diese gibt Antwort über folgende Fragen: Wer leitet wo, wie viel Abwärme in den Rhein und seine Nebenflüsse ein? Welche Energiekonzerne sind dafür verantwortlich, dass das Ökosystem weiter ins Wanken gerät?

Die Temperaturen im Rhein erreichen inzwischen Werte bis 28 Grad Celsius, dadurch entstehen drastische Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt. Lachse und Meerforelle geraten z.B. bei Temperaturen von mehr als 23-25 Grad Celsius unter Stress ("Thermische Barriere") und stellen ihr Wanderverhalten (Aufwärtswanderung) ein, bis wieder niedrigere Temperaturen erreicht sind. Neben dem Rhein sind auch seine Nebenflüsse insbesondere Neckar, Untermain, Wupper, Saar und Lippe betroffen. Der Temperaturanstieg in Rhein und dieser Flüsse stellt auch die Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie in Frage, die vorschreibt, dass in den europäischen Flüssen ein "gute ökologische Zustand" bis zum Jahr 2015 - mit Verlängerungsmöglichkeiten bis 2021 bzw. 2027 - erreicht werden muss.

Kühltürme eines Kraftwerks.

Zur Senkung der Wärmelast fordert der BUND: Eine Reduktion der Wärmeeinleitungen im Rheineinzugsgebiet, Wärmelastpläne für den Rhein und seine Nebengewässer mit entsprechenden Maßnahmen zu integrieren, insgesamt mehr Transparenz für die öffentliche Bevölkerung und eine Abwasserabgabe für Wärmeeinleitungen. Neben dem Ausbau regenerativer Energien (Solar, Wind; Biomasse) ist vor allem das Energiesparen und die Verbesserung der Energieeffizienz wichtig.

Zusätzlich fordert der BUND eine Steigerung der Effizienz und einen Ausstieg aus der Atomenergie, da die Bereitstellung von Stromenergie in Atom- und Kohlekraftwerken anerkanntermaßen zu den ineffizientesten Möglichkeiten der Stromerzeugung zählt. Der Bau weiterer Kohlekraftwerke ist nicht nur wegen der hohen klimaschädlichen CO2-Emissionen unverantwortlich, sondern auch wegen der Wärmeeinträge in die Flüsse. Schon heute weist der Rhein bei Mainz, wo ein neues Kohlekraftwerk geplant ist, die höchste Temperatur auf.

Mehr Informationen

BUND-Studie "Abwärmelast Rhein"

(Die Studie wurde gemeinsam erstellt von den Landesverbänden Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz)



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Foto: eyewire / fotolia.com

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