BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Der Emissionshandel schafft Anreize für neue Kohlekraftwerke

Transparent: Euro-Schein-Imitation mit Aufschrift "CO2-Lizenz"
BUND-Protest gegen das Zuteilungsgesetz für CO2-Zertifikate und damit verbundene versteckte Subventionierung von Kohlekraftwerken

Der Emissionshandel bevorzugt den Bau neuer Kohlekraftwerke, indem diese mehr Gratis-Zertifikate bekommen als vergleichbare klimafreundlichere Gas-Kraftwerke. Wie groß ist der wirtschaftliche Anreiz für die Stromkonzerne?
Dies hat der BUND in einer Analyse berechnet: Konkret geht es darum, welche neuen Kohlekraftwerke in dem Zeitraum des NAP 2 (2008-2012) gebaut werden sollen, wie viele Zertifikate die Stromkonzerne dafür (gratis) zugeteilt bekommen und welchen Gegenwert in Geld diese Zertifikate darstellen.

Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass die Stromkonzerne den Wert der Gratis-Zertifikate einpreisen und an ihre Kunden weitergeben, obwohl ihnen keine Kosten entstanden sind. Bei der Berechnung wurde der aktuelle Preis für Zertifikate der nächsten Handelsperiode (17 Euro/t) angenommen.

Das Ergebnis: Die Betreiber der neuen Kohlekraftwerke, die in den Jahren 2010 bis 2012 ans Netz gehen sollen, erhalten Gratis-Zertifikate im Wert von bis zu 4 Milliarden Euro. Für vergleichbare Gas-GuD-Kraftwerke würden die Stromkonzerne nur Zertifikate im Wert von bis zu 2 Milliarden Euro erhalten. Dies bedeutet, dass die Stromkonzerne – wenn sie auf klimaschädliche Kohlekraftwerkes statt auf moderne Gas-Kraftwerke setzen, zusätzliche Gewinne von bis zu 2 Milliarden Euro machen können.

Anreize für neue Kohlekraftwerke - die BUND-Berechnungen im Detail

Quelle: http://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/klima_energie/kohlekraftwerke_stoppen/hintergrund_kohlekraft/emissionshandel/