Sie befinden sich hier:

Kohlekraftwerk Moorburg – Umweltfolgen und Alternativen

Der Energiekonzern Vattenfall plant in Hamburg die Errichtung eines neuen Steinkohle-Kraftwerks. Es soll mit einer Leistung von mehr als 1.600 MW eines der größten Steinkohlekraftwerke in Deutschland werden. Die Folgen dieses Kraftwerkneubaus wären verheerend.

Klimaschutz

Diagramm: CO2-Ausstoß verschiedener Technologien zur Stromerzeugung
CO2-Ausstoß verschiedener Technologien zur Stromerzeugung

Die Verbrennung von Kohle ist die klimaschädlichste Form der Stromerzeugung. Selbst bei einer optimalen Abwärme- Nutzung ist der CO2-Ausstoß eines Kohlekraftwerks mehr als doppelt so hoch wie bei einem Gaskraftwerk.

Noch drastischer stellen sich die Klimafolgen im Vergleich mit erneuerbaren Energien dar:

 

  • Das geplante Kohlekraftwerk Hamburg-Moorburg ist ein Klimakiller. Mit einer jährlichen Freisetzung von etwa 8,5 Mio. Tonnen des Treibhausgases CO2 würde allein dieses Kraftwerk 40 Prozent des heutigen CO2-Gesamtausstoßes der Elbmetropole produzieren.
  • Das Steinkohlekraftwerk Hamburg-Moorburg ist nicht mit den Klimaschutzzielen vereinbar. Anstelle einer angestrebten Reduzierung bleibt die CO2-Emission des Kohlekraftwerks über die gesamte Laufzeit von etwa 40 Jahren konstant. Dies bedeutet ein CO2-Ausstoß von 5,8 Tonnen für jeden Hamburger Einwohner. Dieser Wert übersteigt die Vereinbarungen der langfristigen Klimaschutzziele um mehr als das Vierfache.
    Gemäß dieser Ziele muss die deutsche Energiewirtschaft ihren CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2050 auf höchstens 85 Mio. Tonnen pro Jahr reduzieren. Zum Vergleich: Allein die derzeit geplanten Kohlekraftwerke würden bereits 145 Mio. Tonnen CO2 freisetzen.

Schadstoffe

Das geplante Kohlekraftwerk erhöht die bereits starke Belastung der Hamburger Luft mit Feinstaub, Schwermetallen und anderen Schadstoffen. Eine zunehmende Häufung von Atemwegs- und Hauterkrankungen und eine Verschlechterung der Lebensqualität insbesondere in den Stadtteilen südlich der Elbe wären die Folge.

Großer Verlierer: Die Elbe

  • In Kohlekraftwerken gehen bei der Stromerzeugung auch in „modernen“ Anlagen weit mehr als 50 Prozent der eingesetzten Energie als Wärme verloren. Im Winter kann diese Ab(fall)wärme teilweise in das städtische Fernwärmenetz eingespeist werden. Im Sommer wird sie über das Kühlwasser fast vollständig in die Elbe gepumpt. Bereits heute greifen zahlreiche Industrieanlagen auf Kühlwasser aus der Elbe zurück. Die Folge für den Fluss ist verheerend. Die Erwärmung und der Sauerstoffmangel des Wassers führen zu massivem Fischsterben in den Sommermonaten.
  • Die Elbe ist ein wichtiger Wanderweg für Fische sowie das Laich- und Aufzuchtgebiet zahl-reicher bedrohter Tierarten. Ein Gutachten inwieweit die Entnahme von Kühlwasser in die Pflanzen- und Tierwelt der Elbe eingreift, steht noch aus. Die Überlebenssituation für die seltenen Arten wird sich jedoch drastisch verschlechtern.

Alternativen liegen auf dem Tisch

Diagramm: Vergleich der Vattenfall-Planung mit dem Alternativszenario (Beispieljahr: 2030)
Vergleich der Vattenfall-Planung mit dem Alternativszenario (Beispieljahr: 2030)

Eine BUND-Studie ergibt: Die Stromversorgung Hamburgs ist auf den Bau eines Kohlekraftwerks nicht angewiesen. Ein Szenario basierend auf höherer Energieeffizienz, erneuerbarer Energien, dem Bau eines Gaskraftwerks sowie dem Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung bietet eine realistische und machbare Alternative. Wie Berechnungen des BUND ergeben, kann auf diese Weise der gesamte Energiebedarf der Großstadt klimafreundliche abgedeckt und zusätzlich auch noch gespart werden:

  • Der CO2-Ausstoß Hamburgs kann um 80 Prozent gesenkt werden.
  • Die Wirtschaft und die Einwohner Hamburgs könnten bis zu 500 Mio. Euro einsparen.
  • Die weltweiten Klimafolgeschäden mit teilweise existenzieller Bedeutung für das Leben zahlreicher Menschen sowie Folgekosten von mehr als 500 Mio. Euro könnten reduziert werden.

Mehr Informationen:



... über diese und weitere BUND Online-Aktionen: Jetzt den Aktionsnewsletter abonnieren!

Verbotsschild: Kohlekraftwerke durchgestrichen

Mit der Kraft Ihrer Kohle gegen Kohlekraft: Spenden Sie jetzt an den BUND!

Jetzt zu Ökostrom wechseln!

Die großen Energiekonzerne setzen immer noch auf Atomkraft und Kohle. Zeigen Sie den Konzernen, was Sie davon halten, und wechseln Sie zu einem der vom BUND empfohlenen Ökostromanbieter! Hier geht's BUND-Ökostromrechner.

Logo BUND-Ökostromrechner: Rechenmaschine

Geplante Kraftwerke

Karte existierende/geplante Standorte von Kohlekraftwerken
Suche

Metanavigation: