Fernseher werden immer größer und verbrauchen dadurch immer mehr Strom. Je nach Bildfläche können die Stromkosten zwischen 270 und über 1.000 Euro im Jahr schwanken. Hinter technischen Raffinessen, Standby- und dem sog. Schein-Aus-Betrieb lauern weitere Stromdiebe.
Die – häufig versteckten – Verbrauchsangaben der Hersteller geben nur wenig Sicherheit, da sie nur bedingt vergleichbar sind. Der BUND fordert deshalb eine Kennzeichnungspflicht, wie sie bei Haushaltsgeräten bereits existiert.
Die neue BUND-Stromverbrauchsliste gibt schon jetzt einen groben Überblick, was Fernseher Kunden und Klima kosten. Zusätzlich hat der BUND einige Orientierungshilfen für den Kauf zusammengestellt.
Der BUND fordert eine EU-Verbrauchskennzeichnung für TV-Geräte. Sie kann vergleichbare Verbrauchangaben für die Kunden gewährleisten. Bis dahin müssen Handel und Hersteller den Stromverbrauch freiwillig gut sichtbar kennzeichnen. Auch wenn diese Angaben derzeit nur bedingt zuverlässig sind, ist jede mögliche Orientierung wichtig.
Erste Erfolge: Als erste Fachhandelsunternehmen zeichnen Media Markt und Saturn seit Anfang 2007 den Stromverbrauch aller TV-Geräte deutlich sichtbar auf den Preisschildern aus. Sie setzen damit einen Vorschlag des BUND um.
Je nach Helligkeit des Bildes verbrauchen Plasmabildschirme unterschiedlich viel Strom, LCD-Geräte fast konstant gleich viel. Die Norm zur Messung des Stromverbrauchs von Fernsehgeräten berücksichtigt dies bisher nicht. Einige Hersteller messen derzeit nach der bestehenden Norm, andere nach einer überrbeiteten, noch nicht gültigen Fassung oder eigenen Vorgaben. Dies kann je nach Gerät dazu führen, dass Messergebnisse teilweise um Faktor 2 abweichen. Der Handel verweigert aus Angst vor Abmahnungen größtenteils die Angabe der Verbrauchswerte. Auch unsere Verbrauchsliste kann nur einen groben Überblick darüber geben, wie hoch der Verbrauch bei unterschiedlichen Größen und Ausstattungen ist.
- Nach Bedarf entscheiden. Kaufen Sie ein Gerät, das zu Ihrem Nutzertyp passt und nicht aufwändiger ausgestattet ist, als nötig. 26 bis 32 Zoll (das sind 66 bis 81 cm) Bildschirmdiagonale reichen für die meisten Wohnzimmer voll aus. TV-Geräte mit 40 Zoll und mehr verbrauchen meistens sehr viel Strom. Die interaktive Entscheidungshilfe der EcoTopTen hilft weiter.
- Plasma-Fernseher sind wahre Stromfresser. Vor einem eventuellen Kauf sollte unbedingt der genaue Stromverbrauch erfragt werden.
- Tests der Stiftung Warentest konsultieren. Sie enthalten meist genaue Angaben über den Stromverbrauch der getesteten Geräte.
- Standby, Good bye! Der Standby-Verbrauch kann bis zu drei Watt betragen. Sparsame Geräte verbrauchen unter 0,5 Watt. Der BUND empfiehlt, das Gerät bei Nichtgebrauch immer ganz abzuschalten. Einsparpotential: 50 bis 200 Euro im Jahr.
- Besitzt das Gerät einen leicht zugänglichen Netzschalter? Der Ausschalter vieler Geräte trennt diese nicht vollständig vom Netz. In diesem Schein-Aus-Zustand ziehen sie unbemerkt weiter Strom. Wer sicher gehen will, benutzt eine schaltbare Steckerleiste.
- Integrierte DVB-Tuner, Festplattenrecorder und usw. Ein eingebauter DVB-T- und DVB-C Tuner macht eine Set-Top-Box überflüssig und hilft so, Strom zu sparen. Das gilt auch für Festplattenrekorder und andere Funktionen – doch nur solange sie wirklich benötigt werden. Jedes Extra kostet auch zusätzlichen Strom.
- LCD-Geräte mit Kontrastautomatik: Die LCD-TVs einiger Hersteller besitzen eine automatische Kontrastregelung. Sie passt die Hintergrundbeleuchtung an Bildinhalt und Umgebungshelligkeit an. In abendlicher Wohnzimmerstimmung liegt die so Leistungsaufnahme des Gerätes niedriger als in einem hell erleuchteten Raum.