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Lateinamerika – Küsten doppelt gefährdet

Flut in Brasilien, Foto: D. Mulvihill
Überschwemmung in Brasilien. Was wie ein großer Spaß aussieht, kann schlimme Folgen haben.

El Niño – das Wetterphänomen mit dem spanischen Namen des Christkinds – wird immer unberechenbarer. Das vor etwa 150 Jahren erstmals beschriebene Klimaphänomen hat seinen Ursprung im Pazifik vor der Westküste Südamerikas. Warmes Oberflächenwasser zieht in Richtung Südamerika und versorgt die Atmosphäre mit ungewöhnlich viel Wärme und Feuchtigkeit. Das kühle und nährstoffreiche Wasser des Humboldtstroms, das normalerweise vor der Westküste Südamerikas aufsteigt und die dortigen Fischschwärme ernährt, bleibt dann aus. Die Fischer haben das Phänomen El Niño getauft, weil es stets um die Weihnachtszeit auftritt.

Erderwärmung heizt El Niño ein

Wie genau El Niño entsteht, ist noch ungeklärt. Ausschließlich vom Menschen verursacht ist das Phänomen nicht. Doch gibt es immer mehr Belege dafür, dass der Treibhauseffekt Häufigkeit und Heftigkeit von El Niño steigert. In der Vergangenheit mussten die Bewohner der latein- und südamerikanischen Westküste und der asiatischen Südostküste alle zwei bis sieben Jahre mit El Niño rechnen. Steigen die Meerestemperaturen weiter, könnte El Niño bald öfter erscheinen – mit verheerenden Folgen.

Dörfer und Städte werden überflutet

Denn El Niño bringt sintflutartige Niederschläge und Überflutungen und stürzt Hunderttausende in die Obdachlosigkeit, wie im Januar 2007 in Bolivien und Peru. Die Lehmhütten der Armen halten den Wassermassen nicht stand.

Und auch die Heftigkeit und Häufigkeit von Hurrikans, die Lateinamerika heimsuchen, hat zugenommen. Kommen Sturm und Regen zusammen, sind die Folgen katastrophal. Die Erde weicht auf und hat keinen Halt mehr, in den Bergregionen kommt es zu heftigen Erdrutschen. Das Dorf Panabaj in Guatemala verschwand 2005 komplett unter einem Erdrutsch, ungefähr 1.400 Menschen sind im Schlamm ertrunken, das Dorf wurde anschließend zum Friedhof erklärt. Es soll nicht wieder aufgebaut werden.



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