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Vögel am Grünen Band

Braunkehlchen auf Grenzpfahl sitzend
Das Braunkehlchen wurde sehr häufig im Grünen Band gesichtet und ist inzwischen zu seinem Symbol geworden. Foto: T. Stephan

Mit Feldstecher und Spektiv bewaffnet begannen Mitarbeiter des Bundes Naturschutz in Bayern schon Ende der 1970er Jahre die Vogelwelt im Grenzstreifen zu kartieren. Zahlreiche gefährdete Arten, die in der übrigen Landschaft praktisch verschwunden waren, hatten im Grenzstreifen einen letzten Rückzugsraum gefunden.

Braunkehlchen

Braunkehlchen gehören zu der Familie der Drosseln. Sie lieben halboffenes, extensiv genutztes Land wie z.B. Feuchtwiesen und Brachflächen. Früher noch recht häufig anzutreffen, begann mit der Intensivierung der Landwirtschaft ihr Rückgang. In Europa trifft man das Braunkehlchen nur als Sommergast während der Brutzeit.

Neuntöter auf Zweig sitzend
Neuntöter

Neuntöter

Der Neuntöter ist ein Sommergast. Er bevorzugt halboffene Landschaften mit einzelnen Büschen und Hecken. Von solchen Ansitzwarten aus macht er Jagd auf Käfer, Heuschrecken, Libellen, Hummeln und auch kleinere Wirbeltiere. Da er keine kräftigen Greiffüße hat, spießt er seine Beute oft auf Dornen oder Stacheldraht auf. Das trug ihm den Namen Neuntöter ein.  Am Grünen Band wurde er vielerorts beobachtet.

Raubwürger auf Zweig sitzend
Raubwürger

Raubwürger

Der vom Aussterben bedrohte Raubwürger wurde sehr häufig am Grünen Band gesichtet. Er lebt zum Beispiel in Moor- und Heidegebieten. Zur Jagd sitzt der Raubwürger gern auf hohen exponierten Warten. Ähnlich dem Neuntöter spießt er seine Beute gern auf Dornen von Sträuchern auf oder klemmt sie in Astgabeln ein, um sie besser zerteilen zu können.

Ziegenmelker am Boden auf trockenem Laub sitzend
Ziegenmelker

Ziegenmelker

Der Ziegenmelker ist ein nachtaktiver Bodenbrüter, der nährstoffarme, schütter bewachsene Freiflächen bevorzugt. Auffällig ist sein Gesang, der an ein entfernt vorbeifahrendes Motorrad erinnert. Er kommt im Grünen Band bei Salzwedel und in Südthüringen vor.

 

Bekassine auf Holzpfahl sitzend
Bekassine

Bekassine

Die im Volksmund auch Himmelsziege genannte Bekassine lebt in feuchten Wiesen und Seggenzonen. Sie benötigt lückig bewachsene schlammige Flächen zur Nahrungssuche und genügend Deckung für das Gehege. Im Grünen Band bei Sonneberg findet der vom Aussterben bedrohte Vogel beste Lebensbedingungen.

Nahaufnahme eines Schwarzstorches im Wald
Schwarzstorch

Schwarzstorch

Schwarzstörche sind wesentlich seltener als Weißstörche, da sie sehr hohe Ansprüche an ihren Lebensraum stellen. Sie brüten in unberührten Wäldern und suchen Nahrung in Bächen, flachen Gewässern, Sümpfen und Feuchtwiesen. Der Schwarzstorch ist ein typischer Kulturflüchter: Veränderung der Brut- und Jagdgebiete durch Straßenbau oder intensive Forstarbeiten vertreiben ihn. Er steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Vor allem in den naturnahen Erlen-Eschenwäldern im Gebiet des Harper Mühlenbach (Altmarkkreis Salzwedel) ist der Schwarzstorch ein regelmäßiger Gast.



Eisvogel auf bemoostem Stein sitzend
Eisvogel, Foto: D. Damschen

Eisvogel

Blitzschnell taucht der Eisvogel ins Wasser und fängt kleine Fische und Insekten. Er braucht saubere und fischreiche Gewässer und brütet in Erdhöhlen, die er in die Uferböschungen oder in naheliegende Talhänge gräbt. Diese Brutmöglichkeiten findet er immer seltener an den oft verbauten Ufern unserer Gewässer. Eisvögel leben am Grünen Band unter anderem in Südthüringen und in der Region Ulstersack (Rhön).

 

 

fliegender Seeadler
Seeadler, Foto: D. Damschen

Seeadler

Der Seeadler ist der größte Greifvogel Mitteleuropas. In Deutschland brütet er vor allem im Nordosten. Sein Lebensraum ist die Umgebung großer Gewässer, d.h. Küsten, Seen und Flüsse. Seit den 90er Jahren haben sich die zuvor vor allem durch den Einsatz des Insektizides DDT stark dezimierten Bestände wieder erholt. Brütende Seeadler wurden im Grünen Band am Arendsee nahe Salzwedel gesichtet.

Steinkauz auf Ast sitzend
Steinkauz, Foto: D. Damschen

Steinkauz

Der Steinkauz bevorzugt eine offene, abwechslungsreiche Landschaft mit extensiver Landwirtschaft. Sein Bestand geht durch Flurbereinigung und großflächige Umwandlung von Grünland in Ackerland stark zurück. Er steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und gilt in Deutschland als stark gefährdet. Steinkäuze brüten u.a. in den Kopfweidenbeständen des Großen Bruchs.



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Kusebruchswiesen bei Salzwedel mit Flachgewässer und Wald im Hintergrund.

Dem BUND liegt ein Kaufangebot für das Herzstück der Kusebruchswiesen bei Salzwedel vor. Gelingt es, die finanziellen Mittel aufzubringen, könnte eine entscheidende Lücke im Grünen Band geschlossen werden.

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