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Insekten am Grünen Band

Libellen

Über die Hälfte unserer heimischen Libellen gilt als gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. Der Verlust ihrer Lebensräume macht den Libellen am meisten zu schaffen. Da sie die weitaus längste Zeit als Larve im Wasser verbringen, sind Libellen auf saubere und möglichst natürliche Gewässer angewiesen. Wo der Grundwasserspiegel absinkt, Gewässer verschmutzt, Bachläufe begradigt und befestigt werden, sterben viele Arten aus.

Nahaufnahme der Grünen Keiljungfer
Viel Geduld ist notwendig um die Grüne Keiljungfer zu entdecken. Ihre Färbung erschwert die Beobachtung. Foto: K. Frobel

Das Grüne Band bietet Libellen an vielen Stellen geradezu ideale Lebensbedingungen. Neben Quelljungfer und Moosjungfer ist auch die vom Aussterben bedrohte Grüne Keiljungfer beobachtet worden. Experten haben die Grüne Keiljungfer in der Föritzaue im Landkreis Kronach an der thüringisch-bayerischen Grenze gesichtet. Im Rahmen des GEO-Tags der Artenvielfalt 2003 fand man am Grünen Band auch die Helm-Azurjungfer und die Gebänderte Prachtlibelle.

Mehr über Libellen und wie der BUND sie schützt

 

Schmetterlinge und Heuschrecken

Besonders durch die Intensivierung der Landwirtschaft sind inzwischen 80 Prozent unserer heimischen Tagfalter gefährdet. Auch die Bestände der Heuschrecken sind vielerorts zurückgegangen. Am Grünen Band erwiesen sich die Grenzsoldaten unfreiwillig als Überlebenshelfer. Für bessere Sicht schnitten sie die aufkommende Vegetation immer wieder zurück und schufen damit unbewusst Brachen und Offenlandbiotope, die gerade Heuschrecken und Schmetterlingen die Ausbreitung erleichterten.

Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling auf roter Blüte des Großen Wiesenknopfes sitzend
Dunkler Wiesenknopf- Ameisenbläuling auf seiner Nahrungspflanze, dem Großen Wiesenknopf, Foto: W. Schön

Tagfalter sind auf eine abwechslungs- und blütenreiche Vegetation angewiesen. Manche Schmetterlingsraupen fressen nur von einer bestimmten Pflanzenart, andere nutzen ein breites Spektrum an Fraßpflanzen. Am Grünen Band wurde neben dem Hellen auch der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling gesichtet. Der ganze Lebenszyklus dieses Falters dreht sich um den Großen Wiesenknopf, ein krautiges Rosengewächs. Es dient als Nahrungsquelle sowohl für den erwachsenen Falter als auch für die Raupen. Der Große Wiesenknopf wächst auf Wiesen, die außer im Sommer regelmäßig gemäht, aber nicht gedüngt werden dürfen.

 

Torfwiesen-Scheckenfalter (Melitaea neglecta), Foto: J. Köhler
Torfwiesen-Scheckenfalter (Melitaea neglecta), Foto: J. Köhler

Eine absolute Rarität ist der Torfwiesen-Scheckenfalter (Melitaea neglecta) – in ganz Deutschland ist er an nur vier Standorten zu finden. Der unscheinbare Falter ist äußerlich kaum von verwandten Tagfaltern zu unterscheiden. Seinen Beinnamen „neglecta“ („die Übersehene“) trägt er nicht von ungefähr. Erst im Jahr 1962 wurde er überhaupt entdeckt! Nun fanden Experten diese seltene Art im Cheiner Torfmoor bei Salzwedel – ein Glückstreffer!

Der Falter ist äußerst wählerisch. Auf Wiesen, die häufig gedüngt, gemäht und intensiv landwirtschaftlich bearbeitet werden, kann er nicht leben. Größere Entfernungen kann er nicht zurücklegen, selbst Hecken stellen für ihn ein unüberwindliches Hindernis dar.

So hat es der kleine Spezialist schwer, passende Lebensräume zu finden. Durch den Kauf der Fläche im Cheiner Torfmoor können wir alles daran setzen, den Lebensraum für den seltenen Falter zu erhalten!

Mehr über Schmetterlinge und wie der BUND sie schützt

Sumpfschrecke auf Hand sitzend
Sumpfschrecke im Steinachtal in Südthüringen, Foto: L. Geidezis

Gefährdete Heuschreckenarten, die am Grünen Band beobachtet wurden, sind u.a. der Warzenbeißer, die Kleine Goldschrecke, die Sumpfschrecke und die Wanstschrecke, die als stark gefährdet gilt. Von ihr gibt es nur noch zwei Populationen in Deutschland, eine davon auf einer Ankaufsfläche des BUND bei Hildburghausen.

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Ulmer Naturkalender 2009

Zur Begrüßung schenkt Ihnen der BUND den Natur- kalender 2009 von BUND und Ulmer Verlag.

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Kusebruchswiesen bei Salzwedel mit Flachgewässer und Wald im Hintergrund.

Dem BUND liegt ein Kaufangebot für das Herzstück der Kusebruchswiesen bei Salzwedel vor. Gelingt es, die finanziellen Mittel aufzubringen, könnte eine entscheidende Lücke im Grünen Band geschlossen werden.

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