BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Natur am Grünen Band

Luftaufnahme des Grünen Bandes an der Grenze zwischen Bayern und Thüringen
Grünes Band an der Grenze zwischen Bayern und Thüringen, Foto: K. Leidorf

Seit dem 19. Jahrhundert wurde der extensive Ackerbau zunehmend durch die intensive Landwirtschaft mit Monokulturen und chemischer Düngung, Unkraut- und Insektenvernichtungsmitteln, dem Einsatz von Maschinen abgelöst. Dies hat dazu geführt, dass die artenreichen und vielfältig strukturierten Kulturlandschaften vielerorts verschwunden sind.

Die Lebensbedingungen für viele Tiere und Pflanzen wurden dadurch derart eingeschränkt, dass ihre Bestände stark zurückgegangen und manche sogar vom Aussterben bedroht sind. Aber auch die sogenannte Flurbereinigung und die Zersiedelung der Landschaft, Gewässerverschmutzung und die Begradigung von Bächen und Flüssen, Entwässerung von Feuchtgebieten rauben zahlreichen Tieren und Pflanzen den Lebensraum.

schwarz-rot-gelb gestreifter stark verwitterter Grenzpfahl im Wald
Grenzpfahl an der Ulster in der Rhön - einst Grenzfluss im heutigen Dreiländereck Hessen-Thüringen-Bayern

Im Bereich der ehemaligen Grenzanlagen blieb eine Fülle wertvoller Lebensräume unserer ehemaligen Kulturlandschaft erhalten. Immerhin 85 Prozent der Fläche des Grünen Bandes sind noch nicht zu Acker, Intensivgrünland oder -weide und versiegelten Flächen degradiert worden.

Aber auch durch „Gestaltungsmaßnahmen“ der Grenztruppen zur Freihaltung des Sichtfeldes entstanden wertvolle Offenlandbiotope. Sie wiesen eine ähnliche Struktur wie extensiv genutzte Acker-und Grünlandflächen auf, weil die Eingriffe ebenso kleinräumig und unregelmäßig erfolgten.

Die große naturschutzfachliche Bedeutung des Grünen Bandes beruht jedoch auf dem vielseitigen Wechsel zwischen Offenland und Wald. Dieser war die Grundlage für den großen Artenreichtum, den Naturschützer staunend registrierten, als die Grenzgebiete wieder frei zugänglich waren.

Von April 2001 bis September 2002 wurden mit Unterstützung des BfN die Lebensräume im ehemaligen Grenzgebiet erfasst: 109 verschiedene Biotoptypen konnten registriert werden, fast die Hälfte davon steht auf der Roten Liste und gilt als gefährdet.

drei Rauhfußkäuze auf Ast sitzend
Beim GEO-Tag der Artenvielfalt im Harz wurden unter anderem Rauhfußkäuze entdeckt. Foto: T. Stephan

Während des „GEO-Tags der Artenvielfalt“ am Grünen Band im Juni 2003, der vom BUND in Zusammenarbeit mit dem Magazin GEO organisiert wurde, kartierten 500 Experten in 24 Stunden mehr als 5.200 verschiedene Tier- und Pflanzenarten im Grünen Band. Auch Arten, die bereits als ausgestorben galten, wurden wieder entdeckt.

Der BUND setzt sich dafür ein, dass die Flächen am Grünen Band auch weiterhin gepflegt und genutzt werden, damit die große Strukturvielfalt und die an unterschiedliche Lebensräume angepassten Arten erhalten bleiben. Ein Mosaik aus Wildnisinseln mit Schafweiden, Mähwiesen und Brachflächen scheint dafür am besten geeignet zu sein.

Quelle: http://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/gruenes_band/gruenes_band_deutschland/natur_am_gruenen_band/