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Pilotregion Ulstersack (Rhön)

der Fluß Ulster im Herbst
Im Herbst an der Ulster.

Gelegen im Dreiländereck Bayern, Hessen, Thüringen gilt die Rhön als eines der vielgestaltigsten und artenreichsten deutschen Mittelgebirge. Seit 1991 ist sie als UNESCO-Biosphärenreservat geschützt. Für die Hohe Rhön trifft am besten der Begriff „Land der offenen Fernen“ zu. Sie ist geprägt von weiten Hochflächen, die nur von einzelnen Bäumen belebt werden. Auf den Hochweiden grasen Rinder und Schafe.

In der Vorderen- und der Kuppenrhön bestimmen markante Basaltkuppen das Bild der Landschaft. Das Grüne Band verläuft mitten durch die Rhön. Eine Besonderheit bildet der sogenannte Ulstersack bei Wenigentaft in der Kuppenrhön. Hier verlief die Grenze mit dem Flusslauf der Ulster und bildete einen Sack, der für die westliche Seite nur durch eine Engstelle zu begehen und zu befahren war. So entstand eine ca. 20 Hektar große hessische Enklave, umschlossen von der Ulster.

Lebensräume

Die Rhön ist vulkanischen Ursprungs – Basalt, Buntsandstein und Muschelkalk sind die Grundgesteine. Es finden sich Hochmoore, Magerrasen, Basaltblockhalden, magere Bergwiesen sowie Buchen- und Mischwälder. Gut 30% der Rhön sind bewaldet. Eine kleinflächige extensive Landwirtschaft hat sich hier gehalten. Vor allem die halboffenen Weidelandschaften haben einen hohen naturschutzfachlichen Wert, da sie bundesweit immer seltener werden.

Birkhuhn im Schnee
Das extrem seltene und scheue Birkhuhn besiedelt Moore und offene Heiden. Der Balztanz der Birkhähne ist ein besonderes Naturerlebnis. Sie plustern sich auf, zischen und springen in die Höhe – in der Rhön noch live zu erleben!

Aufgrund der vielen verschiedenen Lebensräume findet man in der Rhön eine große Artenfülle, zum Beispiel Vogelarten wie Uhu, Schwarzstorch, Braunkehlchen und auf den Hochflächen sogar eines der letzten deutschen Vorkommen des Birkhuhns.

Daneben kann man auf botanische Besonderheiten wie Pfingstnelke, Arnika, Türkenbundlilie oder Küchenschelle stoßen. Auf den Kalkmagerrasen, etwa in unmittelbarer Nähe zum Ulstersack, wachsen Orchideen wie die Fliegen-Ragwurz, die Mücken-Händelwurz oder das Helm-Knabenkraut. Auch die von Rindern und Schafen beweideten Flächen weisen eine hohe Artenvielfalt auf. In den Hochlagen findet man ausgedehnte Trollblumenwiesen mit Nelken, Storchschnabel und Schlangenknöterich.

BUND vor Ort

Anfang 2007 startete der BUND durch den Ankauf von Flächen ein Renaturierungsprojekt am Ulstersack. An dieser Stelle war das Flussufer zur Grenzsicherung mit Basaltsteinen verbaut und befestigt worden. Uferschwalbe und Flussuferläufer fanden dadurch nur schwer Brutmöglichkeiten. Der BUND will den Fluss nun aus seinem engen Korsett befreien und so für natürliche Uferzonen sorgen. So erhält die Ulster mehr Platz zum Ausdehnen und die Hochwassergefahr im Hinterland sinkt. Zur Schaffung von Überschwemmungsflächen sollen in naher Zukunft weitere Flächen angekauft werden.

Rhönschafe, Foto: Reiner Cornelius
Rhönschafe, Foto: Reiner Cornelius

Daneben war der BUND maßgeblich mit beteiligt am Rhönschafprojekt. Das Rhönschaf war fast ausgestorben, weil sich mit heimischer Wolle kein Geschäft mehr machen ließ. Es ist perfekt angepasst an das raue Klima und die mageren Weiden. Durch die Beweidung werden die Hochflächen frei gehalten. In den 1980er Jahren kaufte der BUND eine der letzten Rhönschafherden, die noch heute auf den Rhönwiesen weidet.

Das Grüne Band in der Rhön besuchen

In unseren Tourenvorschlägen finden sie auch eine Wandertour zu den Rhönschafen. Informationen zum Naturraum Rhön, Veranstaltungen, Wanderwegen und Übernachtungsmöglichkeiten erhalten Sie unter www.biosphaerenreservat-rhoen.de. Wandertipps gibt es auch auf der Homepage des Rhönclubs www.rhoenclub.de sowie unter www.rhoenwanderungen.de

Weitere Informationen und Kontakt

Nähere Auskünfte zum Rhönschafprojekt erhalten Sie beim BUND Landesverband Hessen, Triftstraße 47, 60528 Frankfurt, Tel. 0 69/6 77 37 60, www.bund-hessen.de und beim Bund Naturschutz in Bayern, Landesfachgeschäftsstelle, Bauernfeindstr. 23, 90471 Nürnberg, Tel. 09 11/81 87 80, www.bund-naturschutz.de



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