Sie befinden sich hier:

Pilotregion Südthüringen (Landkreis Sonneberg)

die Föritz, Nebenfluss der Steinach
Die Grenze schützte Teile der Föritz vor Regulierung und Verbauung. Foto: K. Frobel

Die südlichste Pilotregion des Grünen Bandes Deutschland liegt in den Landkreisen Sonneberg und Hildburghausen in Südthüringen. Der ehemalige Grenzstreifen durchzieht das Steinachtal, die Linder Ebene und den Thanner Grund.

Ausgedehnte Sümpfe, Moorflächen und Feuchtwiesen prägten früher das Steinachtal und die Linder Ebene zwischen Mitwitz, Neustadt und Sonneberg. Wie viele andere Feuchtgebiete wurde die Region im 20. Jahrhundert entwässert und intensiv für die Landwirtschaft genutzt. Doch die Lage im Schatten der innerdeutschen Grenze schützte das Tal vor der vollständigen Zerstörung. So blieb zum Beispiel die Föritz – ein Nebenfluss der Steinach entlang der Grenze - weitgehend von Regulierungsmaßnahmen verschont.

Nahaufnahme des Flussregenpfeiffers, Foto: Dietrich Förster
Flussregenpfeifer (Charadrius dubius): Der sperlingsgroße Vogel ist so gut getarnt, dass er auf den Kies- und Sandbänken im Steinachtal kaum auszumachen ist. Er besiedelt unter anderem die neu geschaffenen Feuchtgebiete, da hier die Vegetation noch nicht zu üppig wächst. Der Flussregenpfeifer wird in Bayern und Thüringen als „gefährdet“ eingestuft, Foto: D. Förster

Lebensräume

Das Grüne Band ist hier gekennzeichnet durch Altgrasfluren, Feuchtgebiete und verbuschte Brachflächen. Besonders die Feuchtgebiete in diesem Teil des Grünen Bandes sind von herausragender Bedeutung. Extensiv oder gar nicht genutzte Teiche, Tümpel und Feuchtwiesen finden sich hier. Naturnahe Fluss- und Auenlandschaften wie an Steinach und Föritz werden deutschlandweit immer seltener.

Zahlreiche Arten der Roten Liste wurden hier gezählt, z.B. Flussregenpfeifer, Laubfrosch, Südliche Binsenjungfer und Sumpfschnecke. In und an den Teichen leben gefährdete Amphibien wie Kammolch und Kreuzkröte. An der Föritz finden vom Aussterben bedrohte Arten wie die Grüne Keiljungfer und Bachmuschel ihre Rückzugsmöglichkeiten. Entlang der Fließgewässer leben auch Bekassine, Blaukehlchen und der Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Heideflächen und Magerrasen bieten Lebensraum für Heidelerche und Braunkehlchen. Auch zahlreiche gefährdete Pflanzenarten lassen sich hier finden, z.B. Glockenheide, Sumpf-Bärlapp und Bauernsenf.

mit Pfützen durchsetztes Brachland, umrahmt von Wald und Büschen
Nach Ankauf durch den BUND Thüringen entstand ein neues Feuchtgebiet im Grünen Band südlich von Mupperg. Foto: S. Beyer

BUND vor Ort

Mit Hilfe von Spendengeldern konnte der BUND Thüringen bereits rund 55 Hektar vor Ort kaufen. Schwerpunkte waren die Auwaldbereiche an der Steinach im Bereich Heubisch-Unterlind mit dem Ziel, die Auwälder zu sichern bzw. zu entwickeln, und der Bereich Mogger-Mupperg. Diese Flächen wurden zuletzt intensiv als Grünland genutzt. Durch den Flächenerwerb entstehen hier nun wieder die für das Grüne Band typischen Brachflächen. Die Föritz wurde auf einer Länge von rund 2,5 km renaturiert.

Auch der Bund Naturschutz in Bayern ist vor Ort aktiv und konnte bisher rund 43 Hektar Land kaufen. Es wurden überwiegend Wiesen erworben, die durch Wiedervernässungsmaßnahmen und die Anlage von Kleingewässern für den Naturschutz aufgewertet werden sollen.

Gefördert wurden die Flächenankäufe auch mit Mitteln des Bayerischen Naturschutzfonds, der betroffenen Landkreise sowie der Freistaaten Bayern und Thüringen.

Aktuell: Flächenankauf gelungen!

Luftaufnahme mit rot gekennzeichneten Flächen.
Die rot umrandeten Flächen im Grünen Band südöstlich von Mogger und nördlich von Fürth am Berg haben wir im Dezember 2007 erworben. (Karte: S. Beyer)
Die Karte zeigt die bisherigen Flächenkäufe in dieser Region neben den nun erworbenen Flächen.

Ende 2007 gelang es uns, eine weitere Lücke im Grünen Band Südthüringen zu schließen. In der Region haben wir bereits Flächen erworben - nun gehören uns auch benachbarte Flächen.

Besonders für den Bestand des Braunkehlchens ist dieser Flächenkauf wichtig. Das Gebiet ist in den letzten Jahren immer stärker zugewachsen. Viele Büsche machen die Nahrungssuche für das Braunkehlchen immer schwieriger. Als neuer Eigentümer können wir nun sicherstellen, dass das Gebiet nicht weiter zuwächst.

Das Grüne Band bei Sonneberg besuchen

Die Ökologische Bildungsstätte Oberfranken hat einen Naturführer herausgegeben, der einen Überblick über die Beschaffenheit dieser Landschaft, ihre Geschichte und ihren Artenreichtum gibt: Steinachtal & Linder Ebene. Ein Naturführer durch Zeit und Landschaft. Mitwitz 2004.

Die gedruckte Fassung kann bei der Ökologischen Bildungsstätte zum Preis von 10 Euro bestellt werden. Unter www.oekologische-bildungsstaette.de können auch einzelne Kapitel heruntergeladen werden.

Weitere Informationen und Kontakt

Das Grüne Band bei Sonneberg wird von der Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken – Naturschutzzentrum Mitwitz e.V. betreut: Unteres Schloss, 96268 Mitwitz, Tel. 0 92 66/82 52, info@oekologische-bildungsstaette.de

Ebenfalls vor Ort aktiv ist der BUND Landesverband Thüringen, Trommsdorffstr. 5, 99084 Erfurt, Tel. 03 61/5 55 03 13, Fax: 03 61/5 55 03 19 - Ansprechpartnerin ist Frau Karin Kowol karin.kowol@bund.net



Logo Grünes Band Deutschland

Der neue Spenden-Rundbrief ist da!

Ihre Spende hilft.

Suche

Metanavigation: