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Pilotregion Altmarkkreis Salzwedel

Das Grüne Band im Altmarkkreis Salzwedel (Sachsen-Anhalt) erstreckt sich nördlich des Arendsee bis in den Naturpark Drömling. Der über fünf Quadratkilometer große Arendsee gehört mit durchschnittlich fast 30 Metern Tiefe zu den tiefsten Seen Norddeutschlands. Die leicht hügelige Landschaft der Altmark ist durch die Eiszeit geprägt worden. Die Region entlang des Grünen Bandes ist geprägt von Feucht- und Moorgebieten. Dazu kommen kleine Fließgewässer wie der Harper Mühlenbach, etwa 20 km westlich von Salzwedel. Er bildete über Jahrzehnte die Grenze und blieb so von Ausbaumaßnahmen verschont.

Lebensräume

Erlenbruchwald in einem Moorgebiet im Stadtforst Salzwedel. Foto: D. Leupold.
Erlenbruchwald in einem Moorgebiet im Stadtforst Salzwedel. Foto: D. Leupold.

Eine Besonderheit in der Pilotregion Salzwedel ist das Cheiner Torfmoor. Moore sind extrem selten geworden und gehören damit zu den gefährdeten Lebensräumen. Viele Moore werden durch den Bau von Drainagen und Gräben entwässert. Im Grünen Band im Altmarkkreis Salzwedel haben sich großflächige naturnahe Feuchtwälder, artenreiches Grünland und Fließgewässer erhalten können. Hier befindet sich auch der größte Bestand eines Wasserfeder-Erlenbruchwaldes in Sachsen-Anhalt.

Nahaufnahme eines Schwarzstorches im Wald
Der Schwarzstorch ist ein Juwel des Grünen Bandes in der Altmark. Er braucht ungestörte Wälder und Feuchtgebiete.

In den Moor- und Feuchtgebieten am Grünen Band bei Salzwedel finden zahlreiche seltene Tiere und Pflanzen Zuflucht. Dazu gehören Fischotter, Eisvogel, Bachforelle, Bachneunauge, Kleine Flussmuschel, Breitblättriges Knabenkraut und der streng geschützte Moorfrosch. Die naturnahen Flachgewässer sind Schlaf- und Rastplatz für hunderte nordische Gänse, in den Auwäldern leben Schwarzstorch und Kranich. Unmittelbar am Grünen Band nördlich von Salzwedel wurde das Knotige Mastkraut entdeckt – der Erstnachweis dieser seltenen Pflanzenart in Sachsen-Anhalt.

BUND vor Ort

Im Oktober 2000 kaufte der BUND die ersten Flächen am Harper Mühlenbach und Cheiner Torfmoor. Mit Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen wollen wir den besonderen Charakter dieses Gebietes erhalten. Dazu gehören vor allem Wiedervernässungsmaßnahmen. So wurde im Stadtforst Salzwedel ein etwa 150 Hektar großes entwässertes Moorgebiet wiedervernässt und hat sich zu einem der wertvollsten Erlenbruchwälder Norddeutschlands entwickelt.

Mittlerweile hat der BUND im Altmarkkreis Salzwedel insgesamt rund 220 Hektar Fläche erworben, etwa 150 Eigentümer haben ihre Flächen an den BUND verkauft.

Aktuell: BUND will weitere Flächen bei Salzwedel ankaufen

Direkt am Grünen Band nahe der alten Hansestadt Salzwedel liegen in der Flussaue der Jeetze die Kusebruchswiesen. Ursprünglich geprägt von wechselndem Hoch- und Niedrigwasser wurden weite Teile der Jeetze-Niederungen in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts trockengelegt. Dazu wurde der Fluss vertieft und begradigt. Entwässerungsgräben wurden angelegt.

Kusebruchswiesen mit Flachgewässer und Wald im Hintergrund.
Die Kusebruchswiesen bei Salzwedel: Der BUND hat hier neue Flachgewässer angelegt, die viele seltene Vögel wie den Flussregenpfeifer und den Schwarzstorch anlocken.

Die Abgeschiedenheit der Kusebruchswiesen macht sie für den Naturschutz besonders wertvoll. Einen Großteil der Flächen hat der BUND bereits erworben, mit dem Ziel, die Auenlandschaft mit den typischen Nasswiesen wieder herzustellen: In einem ersten Bauabschnitt wurden mit Unterstützung des Bundesamt für Naturschutz und des Landes Sachsen-Anhalt erste Flachgewässer und ein Beobachtungsstand angelegt. Entwässerungsgräben wurden angestaut, damit das Wasser nicht mehr ablaufen kann.

Schon heute rasten auf den Feldern der Umgebung Kraniche und nordische Gänse. Auf den weiten Wiesenflächen sucht der seltene Schwarzstorch in den seichten Gewässern nach Fischen und Amphibien. In Bodenmulden baut der bedrohte Flussregenpfeifer sein Nest, um den Nachwuchs aufzuziehen.

Karte des Gebiets der Kusebruchswiesen mit bereits angekauften und noch zu kaufenden Flächen.
Die rot umrandete Fläche will der BUND kaufen. Die blau markierten Flächen sind bereits in BUND-Besitz. Die übrigen gehören dem Bundesvermögensamt. Wir setzen uns dafür ein, dass auch diese bald geschützt werden. Karte: googlemap

Der BUND will die Kusebruchswiesen zu einem echten Vogelparadies ausbauen. Einziges Hindernis: das Herzstück – ein 15 Hektar großes Gebiet – ist noch nicht in BUND- Besitz. Bisher blieb diese Fläche durch ein Naturschutzprogramm des Landes Sachsen-Anhalt von einer intensiven Nutzung verschont. Nun läuft das Programm aus. Um so besser, dass dem BUND ein Kaufangebot für dieses wertvolle Feuchtgebiet vorliegt. Wenn es gelingt, die finanziellen Mittel für den Kauf zusammenzubringen, könnten wir eine entscheidende Lücke im Grünen Band schließen. Hier können Sie für den Erhalt des Grünen Bandes spenden.

Das Grüne Band bei Salzwedel besuchen

Bauernhaus mit zwei Fahrradfahrern
Der Haselnusshof in Binde: Von hier aus können Besucherinnen zu geführten Radtouren starten.

Der Haselnusshof – ein ehemaliger Bauernhof in der altmärkischen Ortschaft Binde zwischen Salzwedel und Arendsee gelegen – ist erste Anlaufstelle für Besucher des Grünen Bandes Salzwedel. Familie Starck von der BUND Ortsgruppe Altmark Nordwest bietet Exkursionen zum Grünen Band, ebenso Übernachtungsmöglichkeiten und Öko-Verpflegung. Gleichzeitig können hier Fahrräder gemietet und repariert werden.

 


 

Weitere Informationen und Kontakt

BUND Ortsgruppe Altmarkkreis, Haselnusshof, Jürgen und Traudi Starck, Dorfstr. 14, 29416 Binde, Tel. 03 90 36/9 64 32

Für alle fachlichen Fragen zum Grünen Band Altmarkkreis Salzwedel: Dieter Leupold, Tel. 03 90 00/9 08 72, gruenesband@bund-sachsen-anhalt.de 

Artikel aus der Zeitschrift NaturErleben: "Der Haselnusshof in Binde – Natur erleben am Grünen Band in der Altmark"

Beim Landesverband Sachsen-Anhalt kann eine Wanderausstellung zum Grünen Band ausgeliehen werden. Weitere Informationen können Sie hier herunterladen.



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Der neue Spenden-Rundbrief ist da!

Torfwiesen-Scheckenfalter (Foto: J. Köhler)

Vor kurzem wurde der vom Aussterben bedrohte Torfwiesen-Scheckenfalter entdeckt!

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