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Pilotregion Landkreis Hildburghausen

Der Landkreis Hildburghausen erstreckt sich zwischen Thüringer Wald und Rhön. Der BUND, insbesondere der thüringische Landesverband, ist aktiv am Grünen Band bei Mendhausen – am östlichen Rand des Thüringer Grabfeldes. Sanfte Hügel prägen diese Region – die größten Erhebungen sind die Gleichberge mit knapp 700 Meter Höhe.

Lebensräume

Wanstschrecke auf Hand
Die Wanstschrecke, Deutschlands größte Sichelschrecke, ist am Grünen Band im Thüringer Grabfeld zu Hause.

Die aus dem leicht hügeligen Land herausragenden Basaltkegel der Gleichberge und die Gipsmergelkuppen der Langen Berge sind aus Naturschutzsicht besonders wertvoll. Hier finden sich artenreiche Trockenstandorte und gut erhaltene Mittelwälder. Der Grenzstreifen hat eine verbindende Funktion zwischen diesen Biotopen.

Das Grüne Band im Landkreis Hildburghausen beheimatet eine der letzten Populationen der Wanstschrecke (Polysarcus denticauda) in Deutschland. Nach groben Schätzungen leben hier noch mehrere Hundert der großen seltenen Heuschrecken.

Durch intensive Landnutzung sind die Lebensräume der Wanstschrecke immer weiter zurückgegangen. Die Heuschrecken brauchen kräuterreiche Wiesen, die selten gemäht und nicht gedüngt werden – heute kaum mehr zu finden. Dazu kommt: Die Wanstschrecke kann weder fliegen noch weit springen, so dass sich die einzelnen Populationen immer weiter voneinander entfernten.

Auch andere seltene Arten finden sich in den Wiesenbereichen und Altgrasbeständen am Grünen Band – darunter der Wiesenknopf-Ameisenbläuling oder der Schachbrettfalter.

Suche nach Wanstschrecke: Junge mit Kescher im meterhohen Gras
Unterricht mal anders: Schüler aus Römhild auf der Suche nach Wanstschrecken.

BUND vor Ort

Für das Arten- und Umweltbildungsprojekt „Willi Wanstschrecke will ins Grüne Band“ kaufte der BUND bei Mendhausen zwischen dem Grünen Band und der Ortschaft Pfersbach eine rund 10 Hektar große Ackerfläche. Diese war bisher als Lebensraum für die Wanstschrecke nicht nutzbar, nur auf Nachbarflächen kam sie vor. Der BUND wandelt diese Fläche wieder zu Grünland um und bewahrt sie durch Pflegemaßnahmen - u.a. in Zusammenarbeit mit der Regelschule aus Römhild - vor der Verbuschung. So werden die Wiesen regelmäßig gemäht – angepasst an den Lebensrhythmus der Schrecken. Büsche und Bäume werden zurück gehalten, damit sie nicht die von der Heuschrecke bevorzugten langstieligen Gräser verdrängen.

Das Grüne Band bei Hildburghausen besuchen

Der BUND Thüringen führt Diavorträge, Schülerprojekttage und Exkursionen durch.

Weitere Informationen und Kontakt:

„Willi Wanstschrecke“ ist ein Projekt des BUND Landesverbandes Thüringen, Ansprechpartnerin für das Grüne Band Thüringen: Karin Kowol, Trommsdorffstr. 5, 99084 Erfurt, Tel. 03 61/5 55 03 13, Fax: 03 61/5 550 3 19, karin.kowol@bund.net, www.bund.net/thueringen

Beim Landesverband Thüringen kann eine Wandersausstellung zum Grünen Band ausgeliehen werden. Weitere Informationen zur Ausstellung herunterladen.

Artikel aus der Zeitschrift NaturErleben: Paradies für Willi Wanstschrecke



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