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Pilotregion Großes Bruch

Luftaufnahme des Großen Bruch (Foto: K. Leidorf)
Grüne Lebenslinie inmitten landwirtschaftlicher Flächen – das Grüne Band im Großen Bruch (Foto: K. Leidorf).

An der Grenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt liegt das Große Bruch – ein rund 45 km langes und 2 bis 5 km breites ehemaliges Niedermoorgebiet zwischen den Flüssen Bode und Oker. Es erstreckt sich von Hornburg im Westen bis Oschersleben im Osten und entstand während der vorletzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren. Ursprünglich ein unzugängliches Sumpfgebiet, begann bereits im Mittelalter die Entwässerung und Kultivierung. In den 1950er- und 1960er-Jahren wurde das Gebiet durch umfangreiche Meliorationsmaßnahmen, durch Bau von Drainagen und Gräben vollständig trockengelegt und zu Ackerland umgebrochen. Seine ursprüngliche Natur wurde dabei fast völlig zerstört. Heute ist das Große Bruch ein durch intensive Landwirtschaft gekennzeichnetes Gebiet. Dennoch haben sich Relikte der früheren Artenfülle erhalten können – im Grünen Band, das auf einer Länge von rund 25 Kilometern das Große Bruch durchzieht.

Lebensräume

Die Umgebung des Grünen Bandes im Großen Bruch ist geprägt durch intensive Acker- und Grünlandnutzung, eine strukturarme, eintönige Landschaft. Nur entlang des Grünen Bandes konnten sich naturnahe Bereiche wie Feuchtwiesen, Reste von Niedermooren und Erlenbruchwäldern sowie halboffene Bereiche mit strukturgebenden Röhrichten, Gehölzbeständen und Einzelbäumen erhalten.

Vor allem für die Vogelwelt hat das Gebiet als Brut-, Nahrungs-, Durchzugs-, Rast- und Überwinterungsgebiet eine große Bedeutung. In den Kopfweidenbeständen brütet zum Beispiel der seltene Steinkauz. Auf den Feuchtwiesen ist der Große Brachvogel zu beobachten, der besonders durch die zunehmende Intensivnutzung von Weiden und Wiesen gefährdet ist. Zigtausende nordische Gänse nutzen das Große Bruch als Rastplatz. Und auch die Helm-Azurjungfer – eine seltene Libellenart – lebt hier. Sie braucht sonnig gelegene Fließgewässer, deren Ufer nicht bewirtschaftet oder gemäht werden.

BUND vor Ort

Im Großen Bruch ist der Rückzugsraum Grünes Band durch die intensive Landwirtschaft massiv gefährdet. Bereits über ein Drittel des ehemaligen Grenzstreifens sind hier durch Intensivweiden und –grünland sowie die großflächige Entwässerung stark beeinträchtigt. Deshalb will der BUND durch Flächenankäufe und geeignete Umsetzungsmaßnahmen das Grüne Band erhalten und entwickeln. Im Mai 2004 wurden in der Gemeinde Dedeleben in Sachsen-Anhalt die ersten beiden Flurstücke gekauft. Ein Pilot-Projekt, gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), hat die Potentiale für Umsetzungs- bzw. Renaturierungsmaßnahmen untersucht.

Das Grüne Band im Großen Bruch besuchen

In unseren Tourvorschlägen finden Sie auch eine Tour im Großen Bruch.




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"Das Grüne Band im Großen Bruch"

Weitere Informationen finden Sie im Flyer „Das Grüne Band im Großen Bruch“ (gefördert durch die DBU). Zu bestellen unter: dasgrueneband@bund.net.

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