Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen führt zu einer Wertminderung des Bodens, weil dort verbleibende Samen eine Umstellung von Gentech-Anbau auf gentechnikfreie Produktion über längere Zeit hinweg verhindern. Denn: Samen von Gentech-Pflanzen, die auf dem Feld verbleiben oder bei Transporten am Rande von Straßen oder Bahngleisen verloren gehen, können in der folgenden Vegetationsperiode als Durchwuchspflanzen auflaufen.
Auf Rapsfeldern bleiben nach der Ernte pro Hektar im Schnitt 200 bis 300 Kilogramm Samen zurück, und in Norddeutschland ist ein Durchwuchs von 400 Pflanzen/Quadratmeter nicht ungewöhnlich. Rapssamen können im Boden länger als zehn Jahre überdauern und dann immer noch auskeimen.
Bisher galt Durchwuchs bei Mais für unsere Breitengrade als ausgeschlossen. Im westfälischen Werne (Regierungsbezirk Arnsberg) sind auf einem Versuchsfeld von Monsanto im Frühjahr 2007 erstmals ungeplant Gentech-Maispflanzen gewachsen.
Aufgrund der Durchwuchsproblematik haben fast alle evangelischen Landeskirchen ihren Gemeinden empfohlen, auf ihren Flächen den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen zu untersagen. Neben einer grundsätzlichen Skepsis gegen den Einsatz der Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion verweisen sie auf die Wertminderung des Bodens und damit ihres Besitzes.