Sie befinden sich hier:

Bedrohte Artenvielfalt durch herbizidresistente Pflanzen

Feldrain, Foto: I. Haindl/www.pixelio.de
Die Vielfalt von Wildkräutern auf und neben Äckern mit herbizidresisten Raps- und Zuckerrübenpflanzen nimmt rapide ab.

Über 80 Prozent aller Gentech-Pflanzen sind herbizidresistent. Herbizidresistente Pflanzen überstehen die Anwendung eines Totalherbizids, d.h. im Gegensatz zu allen anderen Pflanzen auf dem Acker sterben sie nicht ab, wenn sie mit Unkrautvernichtungsmitteln besprüht werden. Derzeit auf dem Markt: Soja, Mais, Baumwolle und Raps, die gegen Roundup von Monsanto und Liberty Link von Bayer resistent sind.

Die Umweltwirkungen herbizidresistenter Pflanzen ließ die britische Regierung in den Jahren 2000 bis 2002 im weltweit bislang größten Freilandexperiment untersuchen. Insgesamt 192 Flächen in ganz Großbritannien wurden je zur Hälfte mit herbizidresistenten Raps-, Zuckerrüben- und Maissorten bepflanzt und mit dem entsprechenden Herbizid behandelt. Auf der anderen Hälfte der Flächen wurden konventionelle Sorten ausgesät und die praxisüblichen Mittel gespritzt.

Der Anbau von Raps und Zuckerrüben mit Herbizidresistenz zeigte massive Auswirkungen auf die Vielfalt der Wildkräuter auf und neben dem Acker und in der Folge auch auf die davon abhängige Insektenwelt. An den Feldrändern des Gentech-Rapses wurden 44 Prozent weniger Blütenpflanzen und 39 Prozent weniger Samen festgestellt, bei Gentech-Zuckerrüben wurden 34 Prozent weniger Blütenpflanzen und 39 Prozent weniger Samen gezählt. Beim Anbau von herbizidresistentem Mais konnte gegenüber konventionellem Mais ein Ansteigen der Artenvielfalt festgestellt werden. Der Grund: Auf den konventionellen Maisversuchsflächen wurde das Herbizid Atrazin eingesetzt. Atrazin ist jedoch seit 1991 in Deutschland und seit Oktober 2003 aufgrund seiner Toxizität in der gesamten EU verboten. Damit sind die Mais-Ergebnisse nicht auf den Anbau in Deutschland übertragbar und in der EU nicht zu verwenden.

Erhöhter Gifteinsatz auf dem Acker

Sojabohnenfeld, Foto: www.sxc.hu
Bei über der Hälfte aller weltweit angebauten genveränderten Pflanzen handelt es sich um Soja.

Keine andere Gentech-Pflanze wird häufiger angebaut als die herbizidresistente Sojabohne des US-Konzerns Monsanto. 2007 wuchs sie auf 58, 6 Millionen Hektar, überwiegend in den USA und in Argentinien. Die Erfahrungen in beiden Ländern gleichen sich: Bereits nach drei Jahren bilden Ackerunkräuter Resistenzen gegen das Spritzmittel Roundup, der Verbrauch an Herbiziden steigt. In den USA sind inzwischen zahlreiche Unkräuter resistent gegen Glyphosat (Wirkstoff in Roundup). Berichte sprechen von 13 Arten, aus Argentinien werden 14 resistente Arten gemeldet. In Argentinien wird pro Hektar 58 Prozent mehr Glyphosat gespritzt als zu Beginn des Gentech-Soja-Anbaus 1996, in den USA seit 1994 sogar 150 Prozent mehr. Um die Unkräuter überhaupt noch in den Griff zu bekommen, werden weitere, zum Teil hochgiftige Mittel verwendet.

In Kanada, dem Gentech-Raps-Land Nr. 1, tritt Raps inzwischen als Unkraut auf - Rapspflanzen, die die Herbizidresistenzen mehrerer genveränderter Sorten in sich vereinen, wachsen unkontrollierbar auf Flächen, auf die sie nicht gehören.

Dabei ist Roundup beziehungsweise sein Wirkstoff Glyphosat nicht nur für Pflanzen toxisch, sondern auch für Mikroorganismen und Tiere, beispielsweise Amphibien. Es beeinträchtigt die Aufnahme von Mikronährstoffen und zeigt negative Wirkungen auf das Bodenleben und die Bodenfruchtbarkeit.



Fordern Sie von Deutschlands größtem Lebensmittel- händler Edeka Lebensmittel "ohne Gentechnik".

Mit dem BUND-Garten-Schild können Sie an Ihrem Gartenzaun demonstrieren, dass Sie auch in Zukunft beim Gärtnern auf Agro-Gentechnik verzichten. Mehr beim BUND Mecklenburg-Vorpommern

Suche

Metanavigation: