Das bisherige europäische Chemikalienrecht konnte Mensch und Umwelt nicht ausreichend schützen. Denn nur die Stoffe, die erstmals nach 1981 vermarktet wurden (sogenannte „Neustoffe“), mussten bislang auf ihre Umwelt- und Gesundheitsfolgen getestet werden. Die Mehrheit der ca. 100.000 in der EU verwendeten Chemikalien (ca. 96 %) wurde hingegen nie auf ihre Sicherheit geprüft. Einige dieser Stoffe reichern sich in der Umwelt an oder stehen im Verdacht, Krebs zu erregen, die Gene oder die Fruchtbarkeit zu schädigen oder das Hormonsystem zu stören. Trotzdem finden sich diese Stoffe in Produkten wieder, mit denen wir ständig in Berührung kommen.
Dank REACH muss die Industrie nun erstmals Daten über die Umwelt- und Gesundheitsfolgen von etwa 30.000 Chemikalien vorlegen. Stoffe, die sich in der Umwelt und im Körper anreichern, werden zukünftig verboten, wenn es sicherere Alternativen gibt. Auch die Informationsrechte der Verbraucher werden durch REACH gestärkt. Allerdings hat die Industrie durch ihre intensive Lobby-Arbeit dafür gesorgt, dass REACH im Laufe der Verhandlungen deutlich geschwächt wurde. So werden einige gefährliche Stoffe weiterhin erlaubt sein, obwohl sie Krebs erregen können, das Erbgut schädigen, die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder hormonell wirksam sind.
Wir werden die Umsetzung von REACH darum kritisch beobachten und Verbraucher weiterhin über gefährliche Stoffe in Alltagsprodukten informieren.