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Aus dem Labor auf den Teller

BUND-Studie zur Verwendung von Nanomaterialien im Lebensmittelbereich

Chips, Gemüsebrühe, Speiseeis: Bei der Produktion von Lebensmitteln setzt die Industrie immer häufiger auf "Nanomaterialien". Sie werden Nahrungsmitteln beigesetzt, um ihnen spezielle Eigenschaften zu verleihen. Darüber hinaus gibt es sie auch in der Landwirtschaft und in Küchenutensilien, ohne dass die möglichen Gefahren für Mensch und Umwelt ausreichend erforscht sind oder ihre Verwendung gekennzeichnet werden muss.


Auswahl von Produkten, die in der Studie untersucht wurden.
Nanomaterialen stecken in vielen Lebensmitteln.

Was sind Nanomaterialen?

Nanomaterialien sind winzige Teilchen chemischer Stoffe, die maximal einige hundert Nanometer (nm) messen (zum Vergleich: ein rotes Blutkörperchen ist etwa 7.000 nm breit). Weil sie so klein sind, werden Nanomaterialen besser vom Körper aufgenommen und können bis in einzelne Zellen vordringen. Häufig sind sie chemisch reaktiver und giftiger, auch wenn sie in größerer Form als unbedenklich gelten. In Lebensmitteln werden Nanomaterialien unter anderem verwendet, um deren Vitamin- und Mineralstoffgehalte zu erhöhen. Aktive Wirkstoffe (z.B. Vitamine A und E, Omega 3, Koenzym Q 10) werden in Nanokapseln eingeschlossen, die sich nur unter bestimmten Bedingungen im Körper wieder öffnen. "Rieselhilfen", die Klumpen in streufähigen Pulvern wie Kochsalz oder Gewürzmischungen verhindern sollen, werden häufig in Nanogröße verwendet. In der Landwirtschaft werden Nanomaterialen in Düngern und Pestiziden eingesetzt und gelangen so direkt in die Umwelt. Auch in Verpackungen oder Küchenutensilien werden Nanostoffe verwendet. So wird zum Beispiel Nano-Silber benutzt, um antibakterielle Beschichtungen für Folien oder Kühlschränke herzustellen.

Die BUND-Studie

Zusammen mit seinen Partnerorganisationen Friends of the Earth Australien, Europa und USA hat der BUND eine erste Studie zur Verwendung von Nanomaterialien im Lebensmittelsektor erarbeitet und dabei 93 Nanoprodukte ermittelt. Das ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs, weil die meisten Hersteller keine Angaben zur Verwendung von Nanomaterialien machen. Weltweit sind schätzungsweise schon bis zu 600 Nano-Lebensmittel und 400-500 Lebensmittelverpackungen mit "Nano-Zusätzen" auf dem Markt. Bisher gibt es nirgendwo auf der Welt Gesetze, die Sicherheitstests vorschreiben, bevor Nanomaterialen vermarktet werden dürfen. Zudem gibt es keine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für Produkte, die Nanomaterialen enthalten. Das macht es oft praktisch unmöglich, sie zu erkennen.

Der BUND fordert einen Verkaufsstopp für den Einsatz von Nanomaterialien im Lebensmittelsektor, bis verpflichtende Sicherheitstests eingeführt werden. Solange nicht hinreichend gewährleistet ist, dass Nanoprodukte ungefährlich sind, dürfen diese nicht verkauft werden. Außerdem muss eine Kennzeichnungspflicht für sie geschaffen werden, damit die Verbraucherinnen und Verbraucher frei entscheiden können, ob sie Nanoprodukte kaufen wollen oder nicht.

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