SAICM
Eine neue Initiative, um Gefahren durch Chemikalien zu reduzieren, ist das internationale Abkommen SAICM (Strategic Approach to International Chemicals Management / Strategischer Ansatz für ein internationales Chemikalien-Management). Während REACH ein bindendes Gesetz ist, ist SAICM eine Vereinbarung auf freiwilliger Ebene. Durch diese sollen die negativen Auswirkungen durch Chemikalien auf Menschen und Umwelt bis 2020 reduziert werden.
Nachdem der Startschuss für SAICM im Sommer 2002 auf dem Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung in Johannesburg fiel, beschlossen die etwa 170 Teilnehmerstaaten im Februar 2006 einen Aktionsplan mit über 200 Maßnahmen. Getragen wird die Vereinbarung vor allem von Institutionen der Vereinten Nationen. Auch die Chemie-Industrie ist eingebunden.
Der BUND begrüßt den internationalen Ansatz von SAICM als Schritt in die richtige Richtung. Allerdings ist SAICM völkerrechtlich nicht bindend. Die unterzeichnenden Minister haben sich zwar verpflichtet, für eine Umsetzung der Maßnahmen zu sorgen. Es bleibt aber abzuwarten, ob nun wirklich etwas gegen die massiven Gesundheits- und Umweltprobleme durch Chemikalien unternommen wird. Dies wäre dringend nötig, denn die Auswirkungen des Chemie-Einsatzes in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern sind zum Teil katastrophal: Krebs, Nervenschäden, Verhaltensstörungen, akute Vergiftungen, verseuchte Böden und verunreinigtes Wasser sind weit verbreitete Folgen der falschen Anwendung gefährlicher Chemikalien. Das nächste Zusammentreffen zur Kontrolle der ergriffenen Maßnahmen findet erst 2009 statt.
Mehr zu SAICM auf www.chem.unep.ch/saicm/ (in Englisch)
IPEN
Eine weitere globale Initiative ist das Internationale POPs Elimination Network (IPEN). IPEN ist ein Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen, die sich gemeinsam für ein weltweites Verbot von POP-Chemikalien einsetzen. Der Druck der IPEN-Mitgliedsorganisationen hat maßgeblich zur Verabschiedung der Stockholmer POP-Konvention beigetragen. IPEN dient weiterhin der Koordination zivilgesellschaftlicher Gruppen, die sich für eine konsequente Umsetzung der Stockholmer Konvention einsetzen.
Mehr zu IPEN auf www.ipen.org (in Englisch)