Es gibt zahlreiche Beispiele von Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen, die bereits seit einigen Jahren DEHP-haltige Medizinprodukte mit zunehmenden Erfolg vermeiden.
Die Kinderklinik Glanzing in Wien gilt als weltweit erste „PVC-freie“ Klinik. Wegen der beunruhigenden Fakten zur Gesundheitsgefährdung durch DEHP und aufgrund eines Beschlusses der Wiener Stadtverwaltung hatte der Wiener Krankenanstaltenverbund eine spezielle PVC-Vermeidungsstrategie entwickelt. Mit Stand 2003 konnten diverse Kanülen, Sauger, Venenkatheter, Beatmungszubehör, Sonden, Perfusorschläuche und Injektionsspritzen, Verbindungsschläuche, Blutfilter und Infusionsbeutel auf PVC-freie Produkte umgestellt werden.
Die Kinderklinik Glanzing konnte den PVC-Anteil bei invasiven Produkten vom Jahr 2001 bis zum Jahr 2003 von 4,6 Gewichtsprozent auf 3 Gewichtsprozent reduzieren. Eine weitere Verringerung durch laufende Umstellung ist zu erwarten. Abgesehen von den derzeit noch nicht austauschbaren Trachealtuben wird in der Wiener Kinderklinik nur noch bei abführenden Systemen PVC-haltiges Material verwendet. Firmen, die keine Umstellung ihrer Produktion vorgesehen haben, werden künftig nicht mehr in die Liste der Lieferanten aufgenommen.
Weitere erfolgreiche Vermeidungsstrategien DEHP-haltiger Produkte in der medizinischen Versorgung wurden im schwedischen Universitätskrankenhaus Karolinska sowie in diversen Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen der Vereinigten Staaten umgesetzt. Da DEHP-haltige Ernährungsschläuche zum langfristigen Einsatz auf Neugeborenen-Intensivstationen als besonders problematisch identifiziert wurden, sind diese Schläuche auf allen Neugeborenen-Intensivstationen in Schweden durch Schläuche aus alternativen Materialien ersetzt worden.
Detailliertere Erfahrungen der Kliniken zur DEHP-Vermeidung sind in verschiedenen Fallstudien zusammengefasst:
Kinderklinik Glanzing, Wien (2003)
Wiener Krankenanstaltenverbund (2003)
Weitere erfolgreiche Fallbeispiele aus dem Ausland finden Sie in der Datenbank greeninghealthcare